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Rausch Wortsetzung 86
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Paul, es wäre doch höchst unwahrscheinlich, wenn wir als Zeugen dieses ganzen Theaters nicht nach den Gründen fragten. Es sind diese kleine Details die unsere Geschichte wahrscheinlich machen, und die Wahrscheinlichkeit lässt Flunkereien ohne Konsequenzen bleiben wenn wir sie nicht nachprüfen.
Ach Cora, von allen Erinnerungen bleiben nur Farbtupfer, kleine beeindruckende Kleckse, die aus all dem Blut- und Wasserschwitzen den gesamten pedantischen Ablauf aus Taten, Gesten, Chronologien, Zusammenhängen (welch andere Aufgabe hätten Ereignisprozesse wenn nicht Alibifunktion?) übernehmen.
Entwickeln, erklären, indem wir uns auf die erzählenden Inhalte des Programms stützen, dieses Durcheinander aus sorgloser Kausalität mit dem wir Augen und Ohren füllen, rot – gelb – grün – go! Das Leben ist eine grammatikalische Reihenfolge, nichts weiter. Beispielsweise ein unpassender Laut oder ein schreckliches Dilemma. Das Leben gleicht dem; störende Laute, Menschen laufen neben der Spur weil sie etwas stört. Ein hyperaktives oder unbeschwertes Kind, wirklich Peanuts, aber natürlich mein Fehler, also der des Schriftstellers, Regisseurs, Künstlers. Fünfundneunzig Prozent solcher Blablas nerven und behindern uns. Diese geschäftigen Briefmarkensammler mit ihrer Hackfresse. Siehst du, das ist vollkommen unlogisch. Also noch mal das Ganze. Das Geseihere um dieses Stück, vor allem die störrische Ausstattung die nicht passen wollte. Frage des Dekors oder Syntaxproblem oder zu früh enträtselt, zu spät aufgedeckt...?
Ich glaube, dass wir mittendrin auch von uns sprechen. Mein „uns“ ist etwas theoretisch im Moment. Ich hätte etwas Anderes bemühen können, eine Träumerei, einen Vergleich oder Widerspruch. Ist es wirklich überraschend, dass wir uns in unserer Abwesenheit befinden? Jeder für sich, ich ein Bus, du ein Zug; was mir bleibt, ist der Geschmack und die Farbe des Kaffees, das veraltete Adjektiv vor dessen Füße ich mich häufig warf, eine just veraltete Farbe – seegrün glaube ich, eine geometrische Verwicklung an der Schulter geschnitten aus gleichschenkligen Beinen, die Gesamtheit der Einsamen die sich wiedererkannten. Die Überraschung, mich im Nachhinein jedes unvermeidlichen erotomanen Reflexes entledigt zu haben. Nein, das wäre eine Lüge. Vielmehr: neugierig auf alles und mich langweilend, ob du ans Meer fährst in diesem Sommer. Vorzugsweise in die erste Etage der Schwalbenstraße. Lass es, wenn du nicht willst. Und deine Stimme die so verschieden modelliert am Telefon zwischen deinen Hicksern. Deine Stimme, die das Nein bejaht das uns hält. In der Eile des Schreibens, in den Muskeln, unter der Haut, in der Zeit, zu kurzen Augenblicken, im Sinnlosen das den Alltag überschwemmt.