Skype, yahoo und die Literatur in der post-Nachmoderne (huch)
von Michael Bauer
„Arbeit in der sterbenden Schriftkultur ist Arbeit am Sterben der Schriftkultur. Wozu eine literarische, nach-postmoderne Ästhetik?“
Las ich heute Morgen im neugestalteten Südhessen Morgen. Alban Nikolai Herbst wird diesjähriger (2007, beginnend am 15.11.2007) Poetikdozent an der Uni in Heidelberg. Auf den Uniseiten ist leider nix im Netz zu finden, obwohl Herbst genau DAS zum Thema hat. Das Netz ALS Literatur oder so.
Ich zitiere:
Die erste Vorlesung wird das Internet dagegen noch gar nicht oder allenfalls am Rande als den poetischen Ort erwähnen, der die poetischen Formen einer möglichen Ästhetik der Nach-Postmoderne vorgibt.
Ob Hexameter wirklich dazu taugen? Und wann beginnt das Ende der nach-Postmoderne? Post post post. Aber ich muss es ja nicht verstehen, was ich durchaus positiv meine.
Ich verstehe auch nicht, warum die Schriftkultur gerade 'mal wieder stirbt, noch kann ich die Bohème nachvollziehen, die in diesem Falle tatsächlich eine digitale ist
Fortsetzung:
und sogar den eigenen Offenbarungseid im Netz als Literatur abbildet, dennoch finde ich es spannend, was Alban Nikolai Herbst versucht da zu veranstalten. Mal will er die Dozentur via Skype live übertragen, mal haut er (blogpolitisch inkorrekt ;-)) Yahoo an, um via Messenger live zu berichten. Zeugt dies doch von einer gewissen technischen Naivität dem Netz gegenüber, die durchaus einmal auch in ihrer Poetik diskutiert werden könnte. Natürlich ginge so etwas prinzipiell, aber auf der Basis eines Uni-wlans kann ich mir das nicht vorstellen.
Aber wer bin ich schon? lol
Auf jeden Fall war es mal wieder spannend in den Dschungeln der Anderswelt zu wandeln. Mein Gott, welche Sprache, das ist soooo gut.
Mal sehen was denn gehen wird. Live aus der Ruperta Carla. Oder auch nicht.
Wahnsinnig interessant wäre dann ein Gegenpol und das wäre dann wirklich neu:
Eine live-Übertragung UND zusätzlich die Reflektion in jedes Zuhörer eigenem Weblog, möglichst vernetzt zu dem Nachbarzuhörer. Live Kommentare in der Anderswelt. Weblogs, die im Netz live darüber bloggen. Den poetischen Raum, wirklich weiten! Interaktivität als poetische Form. Nun?
Interessant die Frage, ob Herbst auch einfach so zum Bloggertreffen in die Altstadt mitginge, wie die Passig? Beides in Heidelberg, zwei Blogger. Zwei mal Literatur! Hhmm...
3 Kommentare
1) Ob Hexameter wirklich dazu taugen?
Spielt im Zusammenhang meiner Poetik-Dozentur keine Rolle, da ich ausschließlich über Roman-Ästhetik sprechen werde.
2) Und wann beginnt das Ende der nach-Postmoderne?
Wenn Sie an den Vorlesungen teilnehmen möchten, sind Sie gerne eingeladen, Ihre Fragen dort auch zu stellen. Ich würde gewiß antworten.
3) "blogpolitisch inkorrekt".
Es sollte unterdessen allgemein bekannt sein, daß ich mich an k e i n e r l e i Normen halte, wenn ein literarisches Vorhaben etwas anderes verlangt, weder an irgend welche moralischen, noch an irgend welche politische. Das ist mir alles sehr schnuppe und betrifft auch angebliches Wohl- und/oder Gruppenverhalten sowohl in akzeptierten Literaturkreisen wie außerhalb im sog. Underground. Das einzige, was für mich zählt, ist die Aussicht auf einen ästhetischen Gewinn.
4)a) Zeugt dies doch von einer gewissen technischen Naivität dem Netz gegenüber, die durchaus einmal auch in ihrer Poetik diskutiert werden könnte.
Sicher könnte sie das. Wir werden ja f a k t i s c h sehen, ob meine Idee funktioniert oder nicht.Im übrigen finde ich das sehr frisch, wenn im Zusammenhang mit ausgerechnet mir von Naivetät gesprochen wird. Das hat was Wohltuendes.
4) b) Natürlich ginge so etwas prinzipiell, aber auf der Basis eines Uni-wlans kann ich mir das nicht vorstellen.
Müssen Sie sich auch nicht vorstellen. Sollte es per Uni-WLan nicht gehen, werde ich auf meine eigene, mobile, Flat zurückgreifen.
5)
Eine live-Übertragung UND zusätzlich die Reflektion in jedes Zuhörer eigenem Weblog, möglichst vernetzt zu dem Nachbarzuhörer. Live Kommentare in der Anderswelt. Weblogs, die im Netz live darüber bloggen. Den poetischen Raum, wirklich weiten! Interaktivität als poetische Form. Nun?
Schöne Idee. Dann organisieren Sie sie einmal. Noch ist ja Zeit. Ich habe vor Praktikern stets Respekt. Kommentare werde ich an den Vorlesungsabenden für Die Dschungel allgemein-frei halten.
6) Interessant die Frage, ob Herbst auch einfach so zum Bloggertreffen in die Altstadt mitginge, wie die Passig? Beides in Heidelberg, zwei Blogger. Zwei mal Literatur! Hhmm…
Weshalb kommen die Blogger nicht mit in die Vorlesung, und man geht danach gemeinsein? Denn den nicht-bloggenden Studenten und Teilnehmern sollte ich nach der Vorlesung ebenfalls zur Verfügung stehen.
Besten Gruß aus Regenberlin:
ANH
Mich überrascht aller Orten die technische Naivität vieler Literaten. Sogar millionenaufgelegte amrikanische High-Tec Thriller beschreiben z.B. Mailverkehr völlig daneben (hat nichts mit Ihnen zu tun, ich weiß)
Um wie viel Uhr findet das denn statt? Ich dachte das wäre während des Tages.
Mal sehen, Heidelberg liegt ja in Straßenbahnreichtweite.
Und nein, das werde ich nicht organisieren. Das letzte mal kamen gerade mal 2 Blogger. Und da war das VOR der Uni und die RNZ hatte mit aufgerufen. In die Uni wird da niemand kommen, von den Bloggern, denke ich. Man müsste da BarCamp draufschreiben.
Ich dachte auch mehr an Studenten.
Creative Writing würde mich auch interessieren. Ist das auch öffentlich?
Beste Grüße zurück, noch scheint hier die Sonne und wenn ich aus dem Fenster schaue in Heidelberg auch..
Ob die Spannbreite reichen wird für die Webcam, kann ich nicht sagen; ich probier es einfach aus. Auf jeden Fall werde ich in d e r Minute, in der ich die Vorlesung beginne, den Vorlesungstext gesamt in Die Dschungel einstellen; intern auch je auf alle möglichen (und unmöglichen) Quellen verlinkt. Mitlesen wird man ergo in jedem Fall können.
Die Vorlesung soll am 15. 11. um 20 Uhr ct. beginnen.




06.11.07 10:02:59, 