Dem Gysi seine Tante

von Michael Bauer E-Mail

hat den Nobelpreis. Reich-Ranicki ist enttäuscht, dann war die Entscheidung gut. ;-).
Also die Jungs in Stockholm haben es voll drauf, erst die Jelinek, dann Pinter, jetzt Lessing und wieder kein Ami. Cheerio, Mrs. Lessing! Ob Bild morgen mit dem Titel kommt: Tante von Deutschem erhält Nobelpreis? Ach so ja, sie ist im Iran geboren, im Iran!:>

11 Kommentare

Kommentar von: Eufemia Pursche [Mitglied] E-Mail
In einer Erklärung lobte uns Gysi seine (angeheiratete) Tante Doris die Ehrung als "den renommiertesten und glänzendsten aller Preise" und versicherte, sie sei "absolut entzückt", ihn zu bekommen. In einem Interview mit der Rundfunkanstalt BBC sagte die 87-Jährige forsch: "Sie können den Preis ja keinem Toten geben, da haben sie wohl gedacht, sie geben ihn mir besser jetzt, bevor ich den Löffel abgebe."

11.10.07 @ 19:43
Kommentar von: Eufemia Pursche [Mitglied] E-Mail
[img]http://wortsetzung.de/4.jpg[/img] Paris Hilton hat auch ein goldenes Notizbuch.
11.10.07 @ 19:44
Kommentar von: Michael Bauer [Mitglied] E-Mail
Ich hab ein Notizbuch mit Goldrand, gilt das auch?
11.10.07 @ 22:31
Kommentar von: Michael Bauer [Mitglied] E-Mail
Da wir derd La Fontäne aber herumfluchen jetzt aber auch. Der hat jetzt eine Nobel-Tante der Gysi und er? Wenn jetzt einer sagt er wäre mit diesem Fontane verwandt, dann dann. na ja.
11.10.07 @ 22:37
Hmm - ja - wieder kein Ami. Warum eigentlich nicht? Mit Don Delillo war doch ein guter Kandidat im Rennen...
12.10.07 @ 00:05
Kommentar von: Michael Bauer [Mitglied] E-Mail
Uwe, bei so vielen wirklich guten Schriftstellern auf dieser Welt fällt die Entscheidung wahrscheinlich sehr schwer, daher sind es wohl eher politische Entscheidungen, die im Vordergrund stehen. Die Stockholmer wollen Zeichen setzen. Denke ich mal. Jelinek gegen das braune Gefleuch in Österreich z.B. Und dann literarisch: Das Hauptaugenmerk auf den Inhalt, die Botschaft. Sie fühlen sich frei, die Stockholmer und entscheiden nicht nach Proporz und nicht der (meist einäugigen mainstream) Kritik zu Willen, diesem seltsamen Apparat Literaturbetrieb zu Füßen. Finde ich gut.
12.10.07 @ 08:37
ich weiß. finde aber die Vorstellung traurig, dass jemand der nominiert ist allein aufgrund seiner Herkunft keine Chance hat. denn sehr US-konform ist ja z.B. der Herr Delillo nun wirklich nicht...
12.10.07 @ 20:56
Kommentar von: Michael Bauer [Mitglied] E-Mail
nee, das ist er nicht, aber es gibt halt nur einen Preis. Im Augenblick sind auch die Russen wohl in der gleichen Lage. Was wurden die Dissidenten umschwärmt und heute? Die ganze slawische Literatur scheint nicht sehr sexy zu sein. Deshalb finde ich den Dresdner Lyrikpreis inzwischen auch so interessant, weil er eben bewusst zweisprachig ist. Derzeitig.
Die lateinamerikanische Literatur wird auch zu wenig beachtet. Was tut sich denn in Asien?

Verstehst Du?
12.10.07 @ 22:22
ja - das ist wahr. wir sind zu sehr auf den Westen zentriert. Künstler aus Asien, Afrika oder auch Lateinamerika werden hier kaum wahr genommen. naja - letztlich ist es halt auch nur ein Preis. fand die Äußerung von Frau Lessing dazu gut - so nach dem Motto "hab ja schon so viele Preise - jetzt hab ich halt alle"...
13.10.07 @ 13:10
Kommentar von: Michael Bauer [Mitglied] E-Mail
und wenn wir schon dabei sind: Alle Blog und Welt debattiert über den Frieden und die Literatur, nur die Physik und die Chemie wird unter deutsch und gewonnen abgelegt, was typisch ist und ungerecht. Unsere Debatte hier wird viel mehr durch den Träger des Physik-Nobelpreises beeinflusst, als es ein Schriftsteller je könnte, vom technischen Vermögen her. Ich denke gerade du wirst es verstehen. Das mit dem Magnetdingens war schon toll, oder?

Es sollte einen Preis geben für technische Journalisten. So wie die Jungs von der Sendung mit der Maus.

Kreativität ist so vielgestaltig, wie es Krishna nie hätte sein können, hätte es ihn je gegeben.
13.10.07 @ 22:29
joa - das ist natürlich auch wahr. gerade der GMR-Effekt, für dessen Entdeckung Peter Grünberg und Albert Fert den Physik-Nobelpreis bekamen, begegnet uns täglich, ohne dass wir überhaupt von seiner Existenz wissen - in den Köpfen der Festplatten unserer PCs und Laptops. Mit der Auszeichnung in Chemie kann ich leider auch nix anfangen - das geht deutlich über mein Wissen in dem Bereich hinaus.

ich denke halt, dass die Nobelpreise für Literatur und Frieden (hihi!) eine breitere Masse ansprechen, da das Ausgezeichnete für mehr Leute greifbar ist. man kann zwar registrieren, was da in Physik, Chemie und Medizin ausgezeichnet wurde - aber meist fehlen einem doch die Grundkenntnisse, um es zu verstehen.
14.10.07 @ 10:42

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