Jörg Albrecht

von Michael Bauer E-Mail

hat bei dem Bachmannerereignis das einzige Werk abgeliefert, das ich mir zu Ende angesehen habe. Gute Performance (für Klagenfurter Verhältnisse), aber da hätte man kürzen müssen. Und die ratlosen Gesichter der meisten Juroren waren köstlich. Sie konnten den Text einfach nicht nachempfinden, wahrscheinlich weil ihnen die grundlegenden Erfahrungen dazu fehlten. Disco, Tanzpalast. etc. Der Rest der Texte? Langeweile....vielleicht noch Licht, aber diese affige Verweigern des eigenen Gesichts ist pubertäre Wichtigtuerei, sonst nix, mag ich nicht. Wenn ich einen 3SAT-Preis annehme und dieser Fernsehanstalt mein Gesicht verweigere, bin ich nix weiter als inkonsequent, dümmlich. Zu sagen: Ich trete in diesem Trash-Medium nicht auf, ok, aber halb auftreten und Geld dafür beziehen ist Verarsche. Vor allem Verarschung von sich selbst. Pubertär eben. Die Jelinek ist wenigstens erst gar nicht nach Stockholm gereist. Aber noch mal zu Albrecht: Was hat der denn da eigentlich gebeamt? Warum nicht den Text mit?

Fortsetzung:

Das war alles wie gewollt und nicht gekonnt. Alles zu textlastig, zu großbürgerlich-kulturell. Der Gute sollte mal wirklich den Rappern zuhören. Ich wünschte mir, dass da mal ein ganz Großer, eine ganz Große dran geht. Genre-Cross-Over. Video, Musik, Netz, Performance und Text LIVE! Und nicht nur so ein bisschen gebeame und schnelles vorlesen. Ob das dann Literatur ist, das ist doch vollkommen eeegal. Ok, die Jurys und akademischen Wissensdingens haben dann Probleme das irgendwie in ihren Fächern, Rubriken und Lehrstühlen einzuordnen und die Radisch flippte dann ganz aus, man beachte: Sie verglich den Text mit Meditations-Kassetten, Kassetten, also ehrlich. Kein Wunder, dass sie solche Probleme mit dem Text hatten, sie verstehen einfach die tägliche Realität dieser Generation nicht, kennen ihre Technik nicht, verweigern sie wahrscheinlich sogar. Aber MICH würde das doch einmal interessieren. Na ja, das wird wohl eher nicht in Klagenfurt stattfinden. Wie sagt Andrea Diemer: Noch mehr gepflegte maskuline Langeweile. Thats it!

Also ich versuch das doch mal, denke ich. Text zu Musik gesprochen an Video, mal richtig fetzig oder auf Denkmälern stehend. Das hatte ich schon 1971. Das mit dem Sprechen zu Musik. Echt jetzt. Hhmm, mal sehen. Aber warum alleine? Das wäre 'was für eine Werkstatt. Hhm.

2 Kommentare

Ach - warum inkonsequent? Der verweigert sich seit Jahren dem Medienrummel. Ist wohl das erste Mal letztes Jahr überhaupt öffentlich aufgetreten (bei H. Schmidt - ohne Kopf) und auch bei Konzerten reagiert er ziemlich ungemütlich, wenn da Blitzlichter aus der Zuhörerschaft aufleuchten. Ich persönlich finde es garnicht so dumm, seine eigene Person künstlich vom "Werk" zu trennen. Freilich wirkt das bissl aufgesetzt - ist aber schon konsequent.

Und Text zu Musik gesprochen, Multimediarummel im Hintergrund - ach ich weiß nicht. Ist eine Möglichkeit, freilich - schränkt aber auch ein und bietet nicht nur neue Möglichkeiten. Gibt freilich auch gute Beispiele, wie Ostermaier zusammen mit diesem Bassisten (kann mir den Namen nie merken). Naja...

U.
02.07.07 @ 13:50
Kommentar von: Michael Bauer [Mitglied] E-Mail
Es geht nicht um Mediarummel sondern um eine Einheit. Neue Formen durch Crossover. Verschmelzen von Genres. Was ist Oper? En Crossover aus Balett, Musik, Text, Theater.

Und mit unseren neuen Mitteln (nicht Medien, Mitteln) könnte man viele mehr machen als downloaden und Playstation spielen oder gar bloggen. Progammieren von Kunst zum Beispiel ;-)))

Und Licht ist nicht konsequent. Konsequent wäre nicht aufzutretenen. Das ist nix als Masche. Soll er zu Hause bleiben, wenn er nicht gesehen werden möchte. Bin ich ganz brutal.
02.07.07 @ 17:56

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