Marlene & Humphrey
von Eufemia Pursche
Pass auf, Marlene. Heute ist der 1. April! Scherzalarm!
Du bist mir so ein Scherzkeks, Humphrey! Zumindest darf man am 1. April träumen.
Jau, ein Fachwerklockbuchhäuschen im Grünen, mit einem Kräutergarten und einer megagroßen Küche, wo sich die Photoshooter von SCHÖNER WOHNEN & Co die Klinke in die Hand geben.
Du bist hoffnungslos romantisch. Ich träume lieber von der ganz großen Karriere. Eigenes Büro, eigener Assistant, MARLENE im Firmenlogo. Keine Bürotasse mit Sprung, sondern hauchfeines Porzellan mit Untertasse. Das Gebräu serviert. Meine Stilettos werden schallgedämpft in den dicken Teppichen der Konferenzzone. Marlene als Privatpatient, knallroter Lippenstift, echte Klunker an den Fingern und um den Hals.
Tja, dann rechnest du nur in Kalenderwochen, denkst in Bilanzen und vergisst, wie Bratkartoffeln schmecken.
Hubuh! Scheiß 1. April! Ich will nicht mehr träumen.
Ich schon! Ich würde gerne aussteigen. Kein Angestellter im Lockbuch, keine Email Adresse mehr. Nie wieder MAHLZEIT sagen, sondern nur noch GUTEN APPETIT! Dafür gründe ich eine Szenekneipe!
Nie mehr ein Plausch am Kopierer? Kein Treffen in der Kaffeeküche?
Hubuuh! Scheiß 1. April! Ich will nicht mehr träumen.




01.04.07 14:26:46, 