Zacken
von Michael Bauer
Ich wollte nur dösen, sinnen und, ja ich bin ein Mann, an diverse Rundungen denken, aus keinem anderen Grund als einfach das Gehirn leicht am köcheln zu halten und weil die Hormone mäßig aber doch wanderten. Es war nichts umwerfendes heute im Gedankenflash, hormonell gesehen eher Kaffeeklatsch, Teeroutine. Man könnte also mal im Netz nachsehen oder einfach nur das Buch weiterlesen. Genaus das, oder doch dieses? Und irgendetwas zwickte mich. Ich dachte bei mir: Den Zacken könnte ich. Ich weiß, dass Sterne heiße Atomschleudern sind, soweit weg, dass selbst das beste Doping einen Radfahrer in Millionen von Spritzen nicht ankommen lassen würde. Und doch. Ich sägte unverdrossen im Sternbild des kleinen Bären, bei geschlossener Wolkendecke dem Sternchen ganz rechts unten, einen Zacken aus seinem Nordpol und ließ ihn mir auf den Lippen zergehen. Er schmeckte nach zitronenbesprenkelter Heidelbeere. Ich dachte nur kurz an Spargelvanille und dann war er weg, geschlotzt, geschmolzen, geleckt. Ich weiß ehrlich nicht, wie so etwas passieren konnte. Ein Zacken weniger im Universum. Spargelvanille, ehrlich jetzt.
Sorry, eigentlich wollte ich etwas über Krokus-San sagen und Bäumchen auf Terrassen, aber es überkam mich. Hey, ist das etwa schon verdaut? ![]()




25.02.07 21:52:57, 