Exposé für eine ewig unvollendeten Farce.
von Michael Bauer
Im Krankenhaus, auf dem Gang. Menschen, die sich das Bein gebrochen haben. Sie hatten zu viel unter dem Tisch getreten. Neben den Betten wissenschaftliche Mitarbeiter und Reporter in ihren Grenzen. Es sind Ministerpräsidenten und Bundesminister/innen. Hohlwangig und mit durstverzerrter Stimme debattieren sie immer noch über die Krankheitsreform. Das Personal macht weite Bogen um sie. Kein Essen, kein Trinken, keine medizinische Versorgung. Bis jetzt hat es noch keiner/e gemerkt, so sehr sind sie in ihre Debatten vertieft. Bis der bayrische Ministerpräsident sich beschwert, weil die Gesundheitsministerin ins Bett gemacht hätte. Die Diskussion wird härter, Dementis flattern über die Notebooks der Reporter in die Wohnzimmer der Nation. Selbst in Hüttenfeld wird über die Bettaffäre debattiert. Das Personal rümpft weiter die Nase und geht seiner Wege. Einige Patienten IN den Zimmern brüllen um Ruhe und planen eigenhändige Maßnahmen, falls nicht endlich RUHE herrscht. Der bayrische Ministerpräsident beschuldigt die Gesundheitsministerin die Nachtruhe zu stören. Der baden-württembergische Ministerpräsident schwäbelt in die laue Herbstnacht und koaliert im Wahn mit den nicht vorhandenen Grünen, der hessische Ministerpräsident verteilt Ferro-Küsschen aus der Parteikasse, der Umweltminister singt was von Peter Gabriel.
Ein schöner Tag im Krankenhaus geht zu Ende, die Spritzen wirken, ein verachteter Pfleger, noch der alten Schule verpflichtet, hat sich der restlichen Patienten erbarmt. Nur der bayrische Ministerpräsident lässt schnarchen, während ihm sein Hauskaplan das Brevier vorbetet. Er arbeitet auf die Tonsur der Kanzlerin hin. Aber diese nahm den Schleier.
Mir träumt ein Stück zwischen Dario Fo und Dürrenmatt, technisch gesehen....:P;D:>>




25.09.06 23:16:40, 