So einfach ist das

von Michael Bauer E-Mail

Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass gerade die ganz jungen Coverbands Lieder spielen, die aus „meiner Zeit“ stammen. Gestern Abend wieder auf dem Innenstadtfest. Help von Lennon/McCartney auf Reggae, zum Beispiel. Ich wollte schon einen ausgedehnten Exkurs auf die „heutige Musik“ schreiben, philosophisches produzieren, nachdenkliches in die Feder spritzen. Dabei ist die Sache doch ganz einfach. Da ist eine Generation herangewachsen, die nicht für „ihre“ Musik kämpfen muss, die durchaus Pop-(-Geschichte) mit ihren Eltern hörten, für die Musik nicht Klassenkampf, Befreiung, Rebellion oder sonst etwas ist, sondern schlicht Musik. (Gibt es natürlich immer noch, wohl aber nicht in dem bürgerlichen Milieu der Coverbands) Ja und diese jungen Musiker greifen einfach auf das riesige Repertoir von bald 60 Jahren Pop-Geschichte zu und wählen lässig aus, was ihnen momentan grade so in den Kram passt, was sie anmacht und interpretieren die Songs so, wie es denn Spaß macht. Zumeist sind die Kids auch besser ausgebildet auf den Instrumenten, haben bessere Anlagen und klingen meist äußerst ordentlich. Die mussten noch nie durch die Clubs tingeln oder im Odenwald Hochzeiten spielen. So einfach ist alles. Was ich nicht begreife: Es erwartet jeder, dass ein Gitarrist Gitarrenunterricht hatte, etcpp. Nur Gesangsunterricht kennt niemand wirklich. Meist weiß der „Eingweihte“, dass die Dame/ der Herr in zwei Jahren nicht mehr singen wird. Stimme kaputt, wegen mangelnder Technik...

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