Demo2 (Häkchen dran)
von Michael Bauer

Noch nie wurde mein Fahrrad von so vielen Polizisten beschützt. Unsere Polizei ist ganz schön professionell geworden. Nicht wegen meinem Fahrrad. Also, die Nazis kamen nicht richtig zu ihrer Demo, fuhren nur mit dem Zug vorbei und weiter nach Ladenburg. Als die Demoleitung dann von einer Verlagerung sprach konnte ich mir den Spruch nicht verkneifen: "Sogar die Demonstrationen werden heutzutage verlagert", was unseren zufällig nebenanstehenden Betriebsratsvorsitzenden dann doch sehr erheiterte.
Fortsetzung:
Ansonsten war es wie so oft beim DBG in Weinheim: Die Verstärkeranlage funktionierte nicht richtig, die Redner (außer dem abgebildeten OB ) konnten nicht gut „reden“. Es wurden dauernd die Faschisten mit Nazis verwechselt und umgekehrt. Die Altkommunisten waren auch da, schon längst in Rente und schimpften über die „schmusigen“ Parolen des DGB. „Harte Parolen gegen die Kapitalisten“ müssten her, als ob die dann die Arbeitsplätze durch vorsich-hin-starren Arbeitsplätze schaffen könnten. Ach so ja: Die Polizei hielt irgendeinen Zug 20 Minuten auf, damit sie wohl die autonomen Antidingsbums und die Nazis entzerren konnte. Und schon ging's los mit dem blöden Spruch: Deutsche Polizisten schützen Faschisten. Was mich dann endgültig aufbrechen ließ, obwohl die Nazis eine neue Genehmigung von 17:00-19:00 erhalten hatten. (Woher bekommt man am Feiertag Nachts Genehmigungen?) O-Ton Gewerkschaft: „Jetzt müssen wir hier bleiben, ob wir wollen oder nicht“. Soll machen wer will. Kurz sah ich noch den Autonomen zu bei ihrem Kasperlespiel mit der Polizei und fragte mich nur, warum ausgerechnet solche Hänflinge die Gewaltbereitschaft markieren. Also ich wüsste nicht, was die gegen gestandene Skinheads machen würden, wenn die Polizisten wirklich mal wegsehen würden. Ich denke doch, dass meine Lust auf Demos jetzt für einige Jahre wieder gestillt sein wird.




01.05.06 16:26:45, 