Kleine private Osterliturgie
von Michael Bauer
Es geht Euch zwar nix an, aber ich schreib's trotzdem auf. Ich glaube an den Tod in seiner Endgültigkeit und trotzdem weiß ich, dass dieses kurze Leben nicht alles war und ist, meines wenigstens. Gott in seiner dreifaltigen Einheit und anderer Inkarnationen ist mir schon lange abhanden gekommen, trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es einen transzendenten Schöpfer gibt, der einen genialen Bauplan hatte, von wem auch immer, was niemand dazu berechtigt große Literatur wie den Tanach als Biologieunterichtsersatz zu degenerieren. Es würde mir nichts ausmachen, wenn Josua ben Joseph verheiratet gewesen wäre und seine Eleven ein Täuschungsmanöver hingelegt hätten, der PR wegen, ich könnte ihn trotzdem gut leiden, seine Lehre käme gerade dann gut 'raus. Ostern ist trotzdem ein geiles Fest, selbst wenn es regnet wie heut, keiner drückt auf die Tränendrüse, alles wartet nur auf die Sonne, der Hormone wegen. Man müsste nur alles frisch lesen, die Sachen über ben Joseph und nicht alles GLAUBEN wollen. Einfach lesen und die Quintessenz hören. Ich käme auch gut ohne Religionskriege zurecht, verbaler und atomarer Art. Ich danke dem Schicksal, dass es zu Zeiten des Kaisers Tiberius Claudius Nero noch keine Bildzeitung gab, die denn getitelt hätte: „Wir sind Aufersteher“, wird Joschi jetzt Kaiser?
Das Christentum wäre nicht entstanden und der Speyrer Dom nicht gebaut worden und niemand hätte die Spatzenmesse geschrieben. Eigentlich schade drum, oder? Wie gesagt, eigentlich geht's Euch ja nix an.




16.04.06 10:27:34, 