Abendsapziergang im April

von Michael Bauer E-Mail

Schatten sind nackt und immer schwarz, wenn Mutter Sonne sticht. Es regnet, kein Schatten wirft, nur Farbe auf den Feldern und warme sanfte Tropfen auf meiner Brille, die Autobahn ist nur hörbar unter dem getrommelten Schirm. Ein heiteres Kopulieren herrscht unter den Vögeln aller Größe, während das Gefieder im Wind zerzaust. In Wasserpfützen trinken Badeorgien lustiges Gezwitscher vor dem Bellen meines Hundes. Regenwürmer ringeln zwischen bunten Steinen, die einst im Rheine kiesten. Der Schnee aus Kirschenblüten schwimmt auf den Rinnsalen zwischen Spargelhügeln, die jetzt schon nach Schinken schreien. Und doch, im Gequietsche der Gummistiefel chatten zwei Melodien die Sehnsucht nach nackten Schatten, schwarz unter dem Stahlblau und nackten Füßen in Sandaletten.

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