Schreiben fürs Blog & Blog-Management, Blog-Marketing

von Michael Bauer E-Mail

gibt es. Kann man lernen für 245€ 3 Wochen lang. Da. Ihr müsst Euch nur das verkniffe Gesicht des veranstaltenden Parabloggers ansehen um zu entdecken, dass Bloggen eine ERNSTE Sache ist. Und ihr? Schreibt einfach so drauf los, ohne Blogger-Diplom? Ach so ihr wollt es mehr literarisch? Auch gut. Da. Macht Herr Herbst. Ja, ja, nicht einfach so drauflos schreiben, gell?:>>:>>

8 Kommentare

Kommentar von: Lennart [Besucher] · http://www.lennartgroetzbach.de
Das sehe ich auch so!
Kann ja nicht sein, dass man das ohne Fachausbildung tun sollte! Das ist wie mit dem Jodeldiplom, also das Jodeln mit Diplom, mit Diplomabschluß, mit Jodeldiplomabschluß.
In Deutschland muss man für jedwede Tätigkeit einen Nachweis haben, sonst geht es hier drunter und drüber. Und das will man ja nicht!
Also recht so!
Ach ja, mein Kommentarnachweisschein lege ich bei...
14.04.05 @ 16:54
Kommentar von: Michael Bauer [Mitglied] E-Mail
Und wo bitte ist der Internetführerschein? Der Versichrungsnachweis für die Grafikkarte der zum Bloggen benutzten Recheneinheit? Wo die EU-Betriebserlaubnis für das Führen eines Rollkugeleingabegerätes? Der amtlich bestätigte Nachweis des Bloggerersthelferlehrgangs?

Es gibt viel zu tun, bloggern wirs an.

;-)))))

mikel
14.04.05 @ 22:59
Darum wäre es nicht gegangen (die Veranstaltung fällt eh aus); sondern um die Frage, inwieweit sich aus wohlgemerkt l i t e r a r i s c h e n Weblogs eine Poetologie gewinnen läßt, und zwar weniger für Kurztexte oder Lyrik, sondern vor allem für eine moderne Roman-Ästhetik. An diesen Fragen werkele ich herum, seit ich mit d i e s e r Serie begann: http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/244091/ (Die Reihe ist ineinander verlinkt, führt zum Teil auch auf andere Weblogs und von denen wieder zurück.) Die Fragestellung des Seminars wäre also gewesen: Was zeichnet speziell N e t z l i t e r a t u r aus, wenn man sie bewußt konstruiert - also wenn ein Kunstwille dahintersteht.

Abgesehen hiervon gilt poetische Betätigung im Netz im deutschen Literaturbetrieb nach wie vor als indiskutabel; auch hiergegen sollte etwas gesetzt werden. Daß dies nicht (nur) aus einer wie auch immer "underground" genannten Gegen-Szene versucht wird, sondern seitens eines unterdessen schon etablierten Autors, mag dabei befremden. Das gestehe ich gerne zu. Es nimmt mir aber nicht mein nicht nur poetisches, sondern eben auch theoretisches Interesse an den Neuen Medien und ihren poetologischen Zusammenhängen.Ein Führerschein fürs Internet ist natürlich lächerlich - wobei den Deutschen und US-Amerikanern sowas in ihrem Regulationswahn s c h o n zuzutrauen wäre.
15.04.05 @ 08:11
Kommentar von: Michael Bauer [Mitglied] E-Mail
Ich hatte das schon verstanden, meine kleine satirische Einlage bestand aber in der Kombination der beiden „Angebote“. In beiden Fällen soll für die jeweilige Klientel das sehr einfach zu handhabende Softwareangebot „Weblog“ zu etwas „beruflichem“ seminariert werden. Das „erlernen sollen“ wirkt für den Blogger witzig. Netzliteratur entsteht doch bereits tagtäglich aus dem hohlen Bauch heraus in tausenden ineinander irgendwie verwebter Foren, Blogs, Homepages, Newsgroups, Mailinglisten. Natürlich sei es dem etablierten Autor zugestanden daraus ein poetologisches Konstrukt machen zu wollen, als Versuch einer neuen Ästhetik. Aber es wirkt dann eben konstruiert, bar der kreativen Möglichkeiten, jenseits dessen was die wilde Vielfalt des Mediums so faszinierend macht. Kann Kunst nicht irgendwann spontan entstehen? MUSS sie konstruiert sein? Im Augenblick spielen die Jungen gerade mit PodCasting, google experimentiert mit Videoblogs. Da werden gerade Gattungen der Kunst geboren, falls sich die Menschheit lange genug benehmen und dieses Netz wirklich bewahren kann. Es wird dann keine Netz-LITERATUR mehr sein, sondern etwas neues, genreübergreifendes. Die Mischlinge werden gefragt sein, glücklich werden. Ich glaube es gibt keine Netzliteratur. Literatur ist irgendetwas mit Litterae, Buchstaben, egal wie schnell sie und wohin veröffentlicht wird. Es gibt ein Netzirgendetwas. Es wäre in diesem Sinne tatsächlich löblich, wenn noch mehr etablierte Autoren an diesem Globalexperiment teilnähmen. Aber muss man solches in herkömmlichen Seminaren üben? (Ich meine damit NICHT den technischen Umgang, das ist ggfs. Seminararbeit). Ist es nicht künstlerischer Anspruch einfach zu tun, staksend der eigenen Sprache entlang? Oder bedeutet ein solches Seminar auch und gerade Abschottung? Eine ganz spannende Frage im Netzbetrieb (wovon die Blogs ja nur Teil sind) stellt sich mir nämlich so: „Wie geht Amateur mit dem Arrivierten um und umgekehrt, die sich doch sonst nur als Produzent und Konsument begegnen“? Solchiges treibt nämlich auch allenthalben die Journallie um und sieht Existensnöte auf sich zukommen. Grenzen verschwimmen, wohin?
15.04.05 @ 09:21
Kommentar von: Kehrtraud [Besucher] · http://kehrtraud.homepage.t-online.de
Pfeif auf den Literaturbetrieb! Was ich tagtäglich im Netz, in Foren, Blogs, Newsgroups und auf privaten homepages lesen kann ist tausendmal interessanter! Es hat zwar nicht die höheren Weihen, aber es ist lebendig! pulsiert geradezu von Leben. ständige Veränderung, ständige Erneuerung. Was gestern noch war,findest du heute gar nicht mehr. Chaos und kreative Ursuppe.
Da bin ich gerne eine nicht arrivierte Autorin,
die sich im Netz sehr wohl fühlt.
gruß
Kehrtraud
16.04.05 @ 09:45
Kommentar von: Michael Bauer [Mitglied] E-Mail
Du hast ja so Recht, Gertraud. Mir geht es darum die Grenzbereiche zu entmystifizieren, den Literaturbetrieb zu entmystifizieren. Und wie die Damens und Herren damit umgehen, wenn sich Leser traut auch etwas zu sagen, wenn sich der "Betrieb" aus dem Elfenbeinturm der Poetologie entfernt, weil er das Netz eben auch als Vertriebsweg erschliessen muss. Wie gehen Profis mit Amateuren um? Das wird interessant.

mikel (reibt sich die Hände und schreibt wenn das Heuschnupfenkopfweh nachlässt darüber einen Artikel Achtung: Die Amateure kommen!) ;-)
16.04.05 @ 10:25
Kommentar von: Anobella [Besucher] · http://www.20six.de/anobella

Wobei man bei dem „Achtung, die Amateure kommen!“ vorsichtig sein muss, dass es sich nicht nur um verletzte Gefühle handelt, weil man bei den Profis (übrigens ein hässliches Wort) nicht akzeptiert worden ist. ;-) Was, so frage ich euch, ist dagegen einzuwenden, dass jemand ein poetisches Konzept im Netz/in einem Weblog verfolgt? Sollte ANH eurer Meinung nach aufhören zu webloggen, nur weil er ein etablierter Autor ist? Er schreibt als etablierter Autor ein Weblog. Ja UND? Was ist eure Pointe? Was gibt es dagegen anzurennen, was „recht zu haben“? Warum sollte sein Weblog weniger lebendig, weniger gut, weniger interessant sein als eures? Ihr stellt euch selbst dar und erhebt euch als Dogma. Es könnte vermutet werden, dass er da einen Schritt weiter ist.
Und unter dem Strich: Macht es euch interessanter, nur weil ihr als Autoren nicht etabliert seid? Das wäre, wenn ich das so frei heraus sagen darf, ein eher langweiliger Standpunkt. Ich bin froh um jedes originelle Weblog und jeden, der etwas aus dem Medium macht. Eure reflexhafte Unterscheidung in Profi/Amateur, spontan/arriviert hat – wenn ich das auch so frei heraus sagen darf – ein Geschmäckle.
Damit sollte man seine Zeit nicht totschlagen.
17.04.05 @ 07:34
Kommentar von: Michael Bauer [Mitglied] E-Mail
Es geht um die Begegnung, die ich spannend finde. Meint ganz konkret: Wenn der "arrivierte" per Comment einlädt mitzumachen, wie verhält er sich da? Im übgrigen ging es wohl ursprünglich nicht um das Weblog ANH, sondern um die Seminararbeit. Die Unterscheidung Profi/Amateur ist im übrigen keine reflexartige, sondern reflektiert. Der Profi MUSS schreiben, MUSS Käufer finden. Käufer, nicht zwangsläufig Leser um seine Butter kaufen zu können. DAS ist im Netz anders. Hier spielt sich tatsächlich Grenzgang ab. Journalistisch, wie literarisch, wenn man das so nennen will, ganz ohne Verlage, ohne den etablierten Literaturbetrieb, ja sogar ohne universitäre Begleitung, auch wenn ANH sofort "reflexartig" die Poetolgie erwähnen muss, wohl um die Würde zu wahren, aber ich muss wohl doch den Artikel in Ruhe schreiben um nicht missverstanden zu werden. Es geht mir nämlich NICHT darum das "Establishment" (seufz das hab ich schon Jahrzehnte nicht mehr geschrieben) zu bashen, sondern darum Amateure zu ermutigen und sich nicht von Wörtern wie POETOLOGIE abschrecken zu lassen. So herum, verstehst Du? Spannend wird die Sache dann, wenn etablierte Autoren in DIESEM Markt mitmischen. Was sagen die Verlage dazu, die doch schon jetzt stöhnen, das Ende der Buchpreisbindung fürchten und ob der Autorengehälter wehklagen und dort schreiben sie UMSONST? Sowas in der Art, aber ich muss das noch eine Weile im Hirn bewegen, bis ich genau weiß, wie ich das zu sagen habe.
17.04.05 @ 09:09

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