Die Sächlichkeit des Blogs an sich

von Michael Bauer E-Mail

Der Streit um den richtigen Artikel für das Wort „Blog“ ist schon kurios. Es ist vor allem ein schön deutscher Diskurs. Vor allem, wenn man sich betrachtet, wie in der Bloggerszene oder in den respektiven Foren ansonsten mit Rechtschreibung umgegangen wird. Greetz. Warez, und was weiß ich was alles ist dort zu lesen. Es ist vor allem ein schön deutscher Diskurs, weil wir ja einen noch kaiserlich ernannten Oberwächter der rechten Schreibung haben, den Duden, drüben in Mannheim, der Stadt der Rechtschreibung, wo auch das Institut für deutsche Sprache beheimatet ist und die gelehrten Damen und hohen Herren des deutschen Sprachrats zu tagen geruhen. So. Und wenn der Duden demnächst updatet, dann wird der Streit entschieden sein und trotzdem jeder Blogger weiter so schreiben, wie er will, wir sind ja schließlich Blogger, oder, keine Untertanen des preußischen Konrads ;-)?

Aber schön ist es, über solche Nebensächlichkeiten amüsant zu disputieren. Es macht tatsächlich den besseren Teil des deutschen Charmes deutlich. Also werde ich, von Melody angespornt bei Limone unterschreiben, dass ich für „das Blog“ bin, obwohl ich immer wieder „der Block“ schreiben will. Aber es heißt ja auch „Das Lockbuch“, also sind alle Weblogs sächlich, oder?

Außerdem ist das Lockbuch ein geiles Blog, oder? Wir schreiben auch weiter für unsere l5 Leser und es klingt so nach „Ich hab den Längsten“, wenn man die Blogger via Spreadshit-Bildchen in A-List Blogger und andere einteilt. Dann unterhalten wir uns lieber über die Sächlichkeit des Blogs an sich.

Denn ist es nicht die Sächlichkeit im Blog, die dem sächlich Seinenden das Bloggische ins in das Hier und jetzt Blochende transverbalisiert?

mikel (liest mal wieder Bloch, sollte das nicht eigentlich Web-Bloch heißen? *duck)