Modenschau

von Eufemia Pursche E-Mail

Bist du eitel und verabscheust Uniformen? Dann muss ich dich enttäuschen, sogar hinter der Kasse muss die Kassiererin für den Kunden als solche zu erkennen sein. Ergo Arbeitskleidung obligatorisch. Außerdem soll das Outfit die Unternehmenszugehörigkeit stärken.

Entdecken Sie mit mir die Frühling-Sommer-Herbst-Winter Kollektionen!

Der Glamour Look

Kostüm (meist marineblau) plus geblümtes Einstecktüchlein, das mehr oder weniger geschmackvoll aus der Blazertasche blitzt. Flache Pumps und weiße Bluse müssen auf eigene Kosten angeschafft werden. Als Kind wolltest du Stewardess werden? Bis auf das Käppi perfekt! Als Saftschupse bei German Wings, auf der Kommunion der Nichten und Neffen, bei einer Preisverleihung durch den dritten Bürgermeister problemlos einzusetzen. Hefte einfach eine fette Brosche über das Firmenlogo. Ist die Welt nicht schön? Doch Vorsicht! Keine abrupten Bewegungen bitte! Die Nähte made in Taiwan sind mit der heißen Nadel genäht und der Schnitt verschnitten bis ins Detail.

Der Oma Look

Du hast keine Klamotten um den Müll runter zu tragen? Jetzt schon, dank der wunderschön unförmigen Westen, Röcke oder Hosen mit schwarzen Abnähern in Size XXL. Auch wenn du nicht älter als zwanzig bist, pass auf die Geriatophilen auf. Kunden unter siebzig haben keine Chance. Vergiss nicht, dein Strickzeug neben die Kasse zu drapieren um dem Ganzen ein Krönchen aufzusetzen.

Der Bauerhof Look

Klein karierte Bluse in XXL, vorzugsweise in himmelblau oder schweinchenrosa mit Druckknöpfen. Ein wahrer schwangerer Look. Darüber eine Lackschürze, die du auch im Regen einsetzen kannst.

Der Clowns Look

Knallrote Jacke plus großmustrig geblümte Bluse in schleimgrün plus ockerfarbene Pumphose. Fehlt nur noch die rote Nase wie beim Ex-Ronald von Mäckes. Keine Chance, dass die Kunden dich übersehen. Man wird noch lange über dich sprechen.

Der Billig Look

Shirt made in China in Farbe der Supermarktkette (vor dem ersten Waschen). Große Einsparung für die Unternehmen. Den Finger heben, wenn ihr von einem der Ihren eingestellt werden wollt. Immerhin wirkt der Billig Look am wenigsten lächerlich, auch wenn ihr euch unter „korrekt“ etwas anderes vorstellt.

Mum-goes-blog goes barcodes

von Eufemia Pursche E-Mail

Hör auf zu motzen, immerhin bin ich wieder da. Eure Mum-goes-blog war on Tour in Sachen soziomorphologische Studien. Mit anderen Worten, ich habe mein klass. Lit. Diplom in den Spam-Ordner (früher Krimskramsschublade) der Dielenkommode gepackt und bin unter die Pieper gegangen. Piep wie Barcode scannen, nicht wie peep! Ob ich einen Vogel habe? Vielleicht. Was hätte mich sonst dazu treiben können, mich im Megasupermarkt an die Kasse zu setzen?
Das Vorstellungsgespräch dauerte sieben Minuten. Begrüßung, Wiederholung des Lebenslaufs, Bankverbindung. Das war’s. Psychologische Tests? Kopfrechnen? Warum nicht gleich ein graphologisches Gutachten? Ich bin kein Notar, sondern Kassiererin! Kassen-Hostess Mum-goes-blog!

Bereits am ersten Tag hämmerten mir die Kunden die Top 3 Fragen ein:

- Wo ist die Kundentoilette?
- Haben Sie keine Tüten mehr?
- Sind Sie frei?

Beispiele gefällig?

Die dringendste Frage: Wo sind die Toiletten?

Kunde braust angenervt heran: Wo ist das Klo?
Kassiererin vergisst einen Augenblick, dass sie gerade mit einem anderen Kunden spricht: Guten Tag!
Kunde schaut verkniffen.
Kassiererin seufzt innerlich: Dort hinten.
Sie deutet auf das Schild mit dem dicken leuchtenden Pfeil „Toiletten“ direkt über der Kasse. Der Kunde macht sich eilig vom Acker. Natürlich ohne danke und auf Wiedersehen. Das wäre auch zu lang, wenn es pressiert.

Die aggressivste Frage: Haben Sie keine Tüte?

Es war die große Umweltrevolution des neuen Jahrtausends. Der Wegfall der kostenlosen Plastiktüten in den großen Kaufhäusern. Das führt immer noch zu Irritationen bei einigen Kunden.

Kassiererin hat die drei Artikel gescannt: 3,27 Euro, bitte.
Kunde zahlt mit Karte. Er hat kein Bargeld.
Kunde sucht nach Verpackung um seine bereits eingeschweißten Tomaten, Äpfel den Salat zu verstauen: Haben Sie keine Tüte?
Kassiererin, zum 20sten Mal in drei Stunden: Unser Supermarkt verzichtet auf Plastiktüten. Sie können einen Karton auf der Packfläche hinter Ihnen nutzen oder eine recyclebare Tüte für 20 Cent kaufen.
Kunde mit Schaum vor dem Mund: Konnten Sie mir das nicht vor dem Bezahlen sagen?
Kassiererin seufzt mal wieder innerlich: Tut mir Leid. Wir geben seit 4 Jahren schon keine Gratistüten mehr aus. Kassiererin lächelt. Warum nehmen Sie die Sachen nicht so mit? Sie sind doch schon verpackt.
Kunde schnappt sich außer sich vor Wut den Salat und die Äpfel. Die Tomaten lässt er zurück. Der Arme hat ja nur zwei Hände.


Die nervigste Frage: Sind Sie frei?

Kunde: Sind Sie frei?
Die freundliche Kassiererin: Ich nicht. Meine Kasse schon.
Die sarkastische Kassiererin: Piiiep!
Wenn der Kunde sehr schnuckelig ist: Möchten Sie Ihr Glück versuchen?
Die Kassiererin mit ihrem schönsten Lächeln: Und Sie?

Variationen und Interpretationen erwünscht.

Ich stimme für Ratterich Rémy aus Ratatouille

von Eufemia Pursche E-Mail

Manchmal werde ich das Gefühl nicht los, überhaupt nicht richtig wahrgenommen zu werden. Ein seltsames Gefühl, vor allem, wenn frau über eine gewisse physische und intellektuelle Masse verfügt. Ok, ich habe vier Kilo abgenommen seit ich mir meine abendlichen Ziegenkäse-mit-Akazienhonig-überbacken-Orgien als Mitternachtssnack verkneife. Und wenn ich dem letzten IQ-Test in einer Revue des Haarkünstlers meines Vertrauens Glauben schenken darf, bin ich in wenigen Jahren von 130 auf Null gesackt. Trotz allem existiere ich noch ein bisschen und verlange, dass die Welt darauf Rücksicht nimmt. Bei Umfragen zum Beispiel. Ich werde nie befragt. Klar gerate ich in Straßeninterviews zu Themen, wie ich zu Kinderschokolade stehe oder ob und wie viele Rollen Toilettenpapier wöchentlich mein zartes Hinterteil bewischen. Aber keiner stellt die Frage, ob ich eher auf George Clooney, Brad Pitt oder den silbergrauen Sean Connery stehe. Diese drei führen angeblich die Beliebtheitsskalen weiblicher Begierde gleichermaßen im akademischen wie nicht akademischen femininen Unterbewusstwein an. Dabei würde ich eindeutig Ratterich Rémy aus Ratatouille den Vorrang geben! Aber mich fragt ja keiner. Mein Wochenhoroskop wirft mir einzelkämpferische Tendenzen vor. Es konkretisiert: „Sie drohen, in Ihrer Partnerschaft zu ersticken und suchen sich den Sauerstoff außerhalb.“ Leute, ich bin SINGLE, mit so viel Sauerstoff um mich herum, wie meine Lungen aufnehmen können.
Falls das nicht langt, kann ich mich außerdem auf das gerade verabschiedete höchst richterliche Gesetz zum Recht auf saubere Luft berufen. Die Düsseldorfer sind da ja schon länger Vorreiter, indem sie Brummis bisweilen die Corneliusstraße verwehren. Mit Feinstaubbelastung haben wir Neusser eh nicht so viel am Hut. Eher mit den Gerüchen der Ölmühlen. Sind die auch im Recht auf saubere Atemluft enthalten? Das wäre ganz prima! Die alternierenden Ausdünstungen nach Sauerkraut und Rotkohl, die das Obertor umwehen, stören mich als echtes rheinisches Pflänzchen dagegen nicht. Sie erzeugen höchstens einen entsprechenden Jöm. Ja ich weiß, ich schweife ab. Meine multiplen neurolinguistischen Synapsen schlagen halt ab und zu gerne Purzelbäume. Da müsst ihr jetzt durch. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Mich regt es auch tierisch auf, wenn man mir grußlos auf die Füße tritt oder die Tür vor der Nase zuschlägt.
Das Gefühl der Nichtbeachtung paart sich häufig mit einer unterschwelligen Gereiztheit. Vor allem, wenn ein Nachbar mich daran hindert, genussvoll einer sanften Heavy Metal CD zu lauschen, während er mit einem Panflötenkonzert oder anderer vergleichbar wilden Musik dagegen hält. Oder wenn ein Wackeldackel auf Hutablage Fahrer mir am Straßenrand eine volle Ladung schmutzige Pfütze zu Gute kommen lässt. Leider bekommt er meine Flüche nicht mehr mit.
Besonderes Highlight von Missachtung des Persönlichkeitsrechts sind Kollegen, die mittags in der Kantine dreist die Lieblingshäppchen von meinem Teller mopsen. Hier hilft nur noch das kräftige Zustoßen mit der Gabel in den unbefugten Handrücken. Stimmt, diese Methode ist etwas lautstark. Wie unsere Politiker. Einige von ihnen benehmen sich, als hätte das Volk Papageien gewählt. In Meetings geht es nicht anders zu. Kennt ihr auch den Typ, der anderen ins Wort fällt um das Gleiche in Grün vom Stapel zu lassen? Natürlich viel besser. Glaubt er. Taxis sind auch gute Beispiele für Wahrnehmungsstörungen. Da kann ich mitten in der Nacht mutterseelenallein in einem kanariengelb fluoreszierenden Friesennerz mit wild fuchtelnden Armen auf dem Mittelstreifen „Taaaaaaaxiiiii!“ kreischen bis ich heiser bin – ich scheine unsichtbar für sie zu sein. Vielleicht halten sie aber auch wegen Gebaren und Outfit nicht an?
Was die selbsternannten „besten Freundinnen“ angeht: die lassen sich in zwei unterschiedliche Kategorien einteilen. Der einen geht es gerade mies, die andere schwebt auf Wolke sieben. Beide schätzen deine Fähigkeit, zuzuhören. Einig sind sie sich nur in ihrer Gleichgültigkeit nachzufragen, wie dir zu Mute ist. Die erste schwimmt auf Negativkurs und zieht dich mit hinunter per Detailschilderung psychosomatischer Darmbeschwerden, Mistjob und mangelnder Liebesbeweise des Angetrauten. Die andere lebt in einem Euphorieflash und lässt keine Gelegenheit aus zu erzählen warum. Sie hat eine Hauptrolle für eine dreijährige Nachmittagssoap bei einem Privatsender ergattert, muss am Samstag zu einem Kurztrip nach L.A. da es nur dort dieses niedliche Krokomäntelchen für ihre Edeltöle gibt bevor sie sich mit ihrem 17. Verlobten ein Loft anschaut. Bevor sie entschwebt wirft sie dir noch ein: „Du siehst müde und faltig aus. Nimmst du kein Omega3?“, hinterher. Am liebsten würdest du sie vierteilen und per Mail Richtung Down Under schicken.
Am besten coole ich erstmal selber down. „Setze dich in die Sonne. Danke ab und sei dein eigener König.“ Genialer Spruch. Leider nicht von mir, sondern von Pessoa. Passend in einer Welt, die dir grußlos auf die Füße tritt. Ratterich Rémy weiß ein Lied davon zu singen.

Unschlagbar : Baby UND Katze

von Eufemia Pursche E-Mail

Die Hitparade :
1. Sobald du anfängst zu kochen, verlangen sie vehement nach Essen. Die eine krallt sich in dein linkes Bein während der andere dein rechtes Bein nutzt, sich daran hochzuziehen. Die gleiche Szene spielt sich by the way auch beim Abwasch ab.
2. Beide haben eine verzehrende Leidenschaft für Zimmerpflanzen, besonders für giftige. Und für Zeitungen. Vor allem, wenn du sie noch nicht gelesen hast.
3. Sowohl Baby als auch Mieze haben eine innere Uhr, die deutlich vor deiner eigenen klingelt. Ein derart durchdringender Klingelton, der nicht zu überhören ist.
4. Beide sind nicht in der Lage, dein WC zu benutzen und protestieren vehement, wenn du länger als eine Minute brauchst, ihre radioaktiven Exkremente zu beseitigen.
5. Obwohl sie kleiner sind als du, belegen Maunzi und Baby dein Bett in voller Breite.
6. Keiner der beiden zeigt das geringste Verständnis, wenn du dich nicht um sie kümmerst. Wenn du ein Buch öffnest, hat es sich innerhalb der ersten drei Sekunden die Katze darauf gemütlich gemacht oder Baby hat es dir quietschvergnügt entrissen.
7. Die Beiden haben eine sensationelle Technik, sich lautlos hinter deinem Rücken anzuschleichen und darauf zu warten, dass du sie beim Umdrehen beinahe über den Haufen läufst.
8. Baby und Mieze haben einen Geheimpakt abgeschlossen. Sobald du deinen PC hochfährst, ertönt ein Schluchzen und Miau Duett. Deshalb schreibe ich euch diese Zeilen mit Kopfhörer. Das Duo tritt natürlich auch regelmäßig in Erscheinung, wenn du dir einen Film anschauen möchtest.
9. Unser Dream-Team weiß mit schlafwandlerischer Sicherheit, an welchen Dingen du besonders hängst. Sie haben dazu selbstredend die hohe Kunst des Kaputtmachens entwickelt und werden diese in Peking als olympische Sonderdisziplin vorstellen.
10. Kurz - beide sind UNVERZICHTBAR!

Baby kontra Mieze

von Eufemia Pursche E-Mail

Morgens auf deinem Weg vom Schlafzimmer ins Bad ist es höchst unwahrscheinlich, dass das Baby über Nacht im Flur einen Kotzflash hinterlassen hat. Außerdem kotzt das Baby keine Katzenhaare. Es wechselt im Sommer nicht sein Fell. Es verliert nicht extra weiße Haare auf deiner schwarzen Hose und schwarze Haare auf der weißen Couch.
Im Versteckspiel ist das Baby die reinste Niete. Du bist nicht stundenlang damit beschäftigt, es vergeblich zu rufen, es in, auf, unter Möbeln zu suchen, hoffnungsvoll mit der Trockenfutterdose zu schütteln während Mieze einfach seelenruhig in einem Stapel Pullover schläft.
Das Baby schenkt dir keine halb angefressenen Mäuse um als Dankeschön. Es rupft keine Taube unter dem Bett um sich zu amüsieren und verstreut auch nicht die ekelhaften Federn in der ganzen Wohnung.
Ich habe auch noch nie ein Baby dabei beobachtet, in einem Wahnsinnsanfall mit einem Affenzahn die Wohnung mit ausgefahrenen Krallen zu durchpflügen, wobei weder das Parkett, noch die Wände oder Möbel ausgespart werden.

Morgen fassen wir die Ergebnisse zusammen …

Mieze kontra Krabbelbaby

von Eufemia Pursche E-Mail

So, heute nenne ich euch einige Gründe, warum es besser ist, sich eine Katze statt eines Babys anzuschaffen.
Zunächst kannst du deine Katze mit einem Schälchen Wasser und einer Schüssel Trockenfutter alleine lassen, wenn dir der Sinn nach einer kleinen Spritztour steht.
Dann schläft die wohlerzogene Mieze mindestens 15 Stunden am Tag. Jaaaa, ich weiiiiiß, ein normales Baby nickert genau so lange. Aber es GIBT KEIN normales Baby und mein Kater hat unglücklicherweise die nachtschwärmerischen Gene seines Erzeugers geerbt. Das könnt ihr MIR nicht vorwerfen. Die Maunzies pfeifen auch auf Zeitumstellung sowie Tag- und Nachtlänge. Eine mit Katzengras gestopfte Spielmaus, ein Fetzen Stoff oder der Blick aus dem Fenster reichen dem Stubentiger, sich stundenlang zu beschäftigen. FREIZEIT für den Katzenfreund! Wenn du kurz den Kopf wendest oder den Raum auch nur eine Minute verlässt, wird deine Katze bei deiner Rückkehr nicht auf allen Vieren ausgebreitet auf dem Sofa liegen – auf einer Sammlung spitzer und schwerer Gegenstände, die sie ruckzuck eingesammelt hat. Sie wird auch keine Dinge in den Mund stecken, an denen sie bombensicher ersticken kann. Und ich habe noch keine Katze gesehen, die eine Woche nach den ersten aufrechten Schritten gleichzeitig einen Klappstuhl und einen Ball die steile Treppe hinunter balanciert. Mieze interessiert sich einen Dreck für deine CD’s, deine Schlüssel, deine Fernbedienungen. Die liegen vorbildlich aufgeräumt an historischem Ort und angestammter Stelle. Du findest sie weder im Mülleimer noch in allen Einzelteilen in der Blumeerde.

Morgen nenne ich euch die Gründe, warum es besser ist, ein Baby statt einer Katze zu haben.

Mum-goes-blog hat schwere Knochen

von Eufemia Pursche E-Mail

Letzte Woche waren Rundungen der letzte Schrei.
Das erklärte zumindest ein Hype-Magazin und versicherte: „Wampe wagen!“ und „Seid stolz auf eurer Hüftgold und eure Rettungsringe!“ Um die Slogans zu unterstreichen, präsentierten einige Starlets 50 Gramm Übergewicht – 25g auf jeder Popohälfte. Leider war das nur eine trügerische Mode, denn nur zehn Seiten weiter zeigten sich die Top-Models wieder mit Normalgewicht. Also ungefähr 13 Kilo bei einer Größe von 1,78m.
Na, denn mal auf ins Gefecht! Ich muss zusehen, wie ich „mein Kilo“ loswerde. „Mein Kilo“ ist übrigens eine Metapher. Ich habe VIER Kilos zugenommen. Damit wir uns recht verstehen: die ersten drei sind offizielle Kilos, die ich freiwillig angefuttert habe. Vorwiegend mit Lebensmitteln, die für ein Überleben im Polarklima geeignet sind: Kartoffelauflauf mit Käse überbacken, Ölsardinen, Maronenkuchen. Das letzte kleine Kilo nervt. Es war nicht vorgesehen, auch nicht, dass es sich um die Taille einnistet. Ich habe den Polaraspekt des Klimas wohl überschätzt. Vielleicht waren die Ölsardinen nicht nötig solange die Ausgehpläne Kneipe oder Büro bedeuten.
Ich weiß genau, was es zum Abspecken braucht: eine gesunde Lebensführung, wie das so nett heißt. Aber das macht mir keinen Spaß. Und wenn mir etwas nicht gefällt, nehme ich zu. Früher, als man noch auf Diäten setzte, konnte frau alle möglichen seltsamen Methoden ausprobieren. Das war wesentlich unterhaltsamer. Die „Grapefruit-Woche“ klappte 1A! Etwas sauer vielleicht, denn nach sechs Grapefruits zog sich das Wangeninnere angstvoll zusammen. Die sympathischste war die Atkins Diät. Null Gemüse, null Obst, nur Fleisch, Schinken, Wurst, Eier, Majo bis zum Abwinken. Die Kilos purzelten gleichermaßen wie der Cholesterinspiegel stieg. Eine ausgeglichene Sache also irgendwie. Besonders in den USA, wo bacon KULT ist, stiegen die Anhänger auf 10 Millionen (nach FBI* Aussage, ähm - *Food-Bacon-Inspectors) bzw. 30 Millionen nach Angabe der Organisatoren. Die radikalste ist aber die verdorbene Auster Diät. Nach zügigem Abnehmen (einige Stunden auf dem stillen Örtchen) steigen die Teilnehmer freiwillig auf Reis mit Eisenkraut um. Das Ganze ist aber keine wirkliche Diät sondern eher ein Lotteriespiel. Die meisten Austern passieren den Verdauungstrakt ohne Kollateralschäden auszulösen.
Klar gibt es auch Sport. Aber da halte ich es mit Churchill, der auf die Frage nach seiner Topform bemerkte: „Ich mache niemals Sport.“ Auch ich mache keinen Sport, abgesehen vom Coucherklimmen mit Knabbertablett. Vielleicht sollte ich mich mit einer Freundin im Fitness Studio anmelden. Dann kann die eine die andere antreiben, wenn die Lust nachlässt. Das funktioniert auch prima ein-zwei-mal. Danach hat der Dackel Lähmungserscheinungen, der Babysitter an Migräne erkrankt, der Job zu Überstunden belastet, der neue Freund zu zeitraubend, ein Wasserschaden erster Güte… Dann passiert das Wunder: ein geschlabberter Termin und hopp, die Adresse des Studios ist wie von Geisterhand gelöscht. Ein Schnäppchen für nur 760 EURO Jahresgebühr. Da kann ich billiger alleine den Staubsauger durch die Wohnung jagen. Bringt 15 Kalorien die Stunde. Ein Hämchen mit Sauerkraut ist also in fünf Tagen abgesaugt.
So, fassen wir mal zusammen. Lohnt es sich wirklich, sich das Leben für ein Kilo oder auch für vier zu vermiesen? Ich habe eben schwere Knochen. Und die ab- und zugenommenen Kilos in einem Leben summieren sich leicht zu einer Tonne, wenn du nicht aufpasst. Da passe ich doch lieber die nächste Hitzewelle ab um in Ruhe das berühmte Kilo zu verlieren. Einfach mit Tomaten und Basilikum mit gutem Olivenöl und anschließend ein Eis. Denn Sommer ist Eiszeit, oder?

Pyjamaparty 4

von Eufemia Pursche E-Mail

Mir fiel auf, dass Ruth nachdenklich und ein wenig zerstreut wirkte. „Was ist los, Süße?“
Ruth (biss sich auf die Lippen): „Tja, ich muss euch was sagen … Jonas, kann ich eine Zigarette haben?“
„Seit wann rauchst du?“
„Eigentlich schon immer. Ich habe nur aufgehört, als die Kinder kamen.“
Lea: „Kann ich auch eine haben? Ich habe vergessen, welche einzustecken.“
Ruth zog heftig an ihrem Glimmstängel und ließ den Qualm aus ihren Nasenlöchern ins Freie.
Ich, ungeduldig: „ Nun spanne uns nicht auf die Folter. Was ist los?“
Ruth: „Ich bin schwanger, sogar doppelschwanger und erwarte Zwillinge.“
Ich: „WAS?“
Diana konnte nicht an sich halten: „Hiiiiiiiiiiiiiii, jetzt dämmert es mir! Du hast doch beim letzten Treffen schon auf deine Regel gewartet und warst wegen der Verzögerung sogar bei deiner Hellseherin. Hatte sie dir nicht mitgeteilt, es gäbe keinen Grund zur Besorgnis?“
Ruth zog verlegen eine Braue nach oben: „Ja, sie hatte ja nicht Unrecht. Mit der Verzögerung der Regel, meine ich. Wollt ihr jetzt den ganzen Abend über Ovulation, Tampons und Sperma sprechen? Stört mich kein bisschen! Ich gehe dann nur nach nebenan und weihe Dianas neue Spielekonsole ein.“
Ich wandte mich verblüfft an unsere Gastgeberin: „ Du besitzt eine Spielekonsole?“
Diana zuckte mit den Schultern: „ Na und? Damit fülle ich einsame Nächte. Bleib hier, Philipp. Hier hast du die einzigartige Chance, gynäkologischen Klatsch vom Feinsten zu lauschen. Manche Männer würden sich für so ein Privileg umbringen.“
Philipp: „Manche Männer werden sich umbringen, nachdem sie so was gehört haben.“
Ich, an Ruth: „Wie nimmst du die Schwangerschaft auf? Wolltest du nicht nach dem dritten Kind aufhören? Bist du nicht sauer auf deine Hellseherin Madame Etoile, die anscheinend den Durchblick verloren hat? Hättest du nicht besser einen Schwangerschaftstest gemacht?“
Ruth, äußerst schlechter Laune: „Lass bloß Madame Etoile in Ruhe! Sie ist eine fantastische Frau mit einer außergewöhnlichen Gabe. Meine Urgroßtante hat sie daran gehindert, mir von der Schwangerschaft zu erzählen. Die kosmische Ordnung wäre gefährdet gewesen, wenn sie mir etwas erzählt hätte. Die arme Etoile musste schweigen, auch auf die Gefahr hin, ihre Reputation zu verlieren. Auf alle Fälle waren meine Chakren offen für diese beiden kleinen Seelen. Das hat Madame Etoile vorausgesehen. Ich habe nur Angst vor der vielen Arbeit.“
Diana: „Und was wird’s? Mädchen oder Jungen?“
Ruth: „Keine Ahnung. Dafür ist es im Ultraschall noch zu früh.“
Ich warf Diana einen verschwörerischen Blick zu und forme ein stummes „Eine totale Null, die Wahrsagerin.“ Diana schmunzelt und nickt zustimmend.
Elke seufzte Chips kauend: „Ich hätte gerne ein Baby.“
„Und wer hindert dich daran?“
„Meine Schwiegermutter.“

Pyjamaparty 3

von Eufemia Pursche E-Mail

Heute Abend waren wir zu sechst. Außer meiner Cousine Lea und mir waren Ruth und ihre Freundin Elke schon da, eine Hairstylistin und Maskenbildnerin, die sie noch aus ihrer aktiven Modelzeit kannte. Diana hatte den fünf Weiber Treff heute noch um einen Kerl erweitert: ihren Bruder Philipp.
Wir reagierten zunächst ein wenig befremdet auf diesen unerwarteten Zuwachs, denn die Anwesenheit eines Mannes riskierte den Verlust der unbekümmerten Spontanität in unserer Ratschrunde. Philipp war ein schlaksiger Rothaariger mit grünen Augen und niedlichen Grübchen, höchstens Anfang zwanzig. Er wirkte wie ein Trauerkloß auf uns. Diana erklärte uns, dass sie ihren Bruder eingeladen hatte um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Er verbarrikadierte sich seit einer Woche in seiner Studentenbude, in der absoluten Gewissheit, sein Leben sei zu Ende.
Das Brüderchen betrauerte den frischen Bruch seiner großen Liebe mit SweetyJane7 (Johanna im richtigen Leben), einer bleichen Nagelstudiobesitzerin die er im Internet kennen gelernt hatte. Ihre Beziehung hatte acht Wochen gehalten, dann hatte sie Philipp ohne Ankündigung für einen anderen verlassen. Einen gewissen Guido, der SweetyJane7 im Singleforum unter dem Pseudonym Casanova341 angebaggert hatte.
Seitdem kam Philipp nur noch unter seiner Bettdecke hervor um seiner verlorenen Liebe hinterher zu heulen oder zwischen zwei Schluchzern zu schwören, besagtem Guido die Fresse zu polieren, sollte er ihn je zwischen die Finger bekommen.
Wir gluckten sofort um den Unglücklichen herum und quetschten ihn über Web-Beziehungen aus. Ich kannte bis dahin nur die Schilderungen meines Bruders Jonas über seine pathetische Liebe zu einer Brasilianerin. Nach letzten Infos hatte auch Alice24 meinen Bruder „verlassen“, obwohl sie sich monatelang per Email und MSN ewige Liebe geschworen hatten. Das Ende ihrer Beziehung wurde eingeläutet, als Alice24 sich in einen neuen Arbeitskollegen verguckte. Der Unterschied zwischen Philipp und meinem Bruder besteht darin, dass Jonas seiner Flamme nie physisch begegnet ist.
Ganz mein Bruder. Er war nicht nur einem Haufen Pixel verfallen, ihm blieb als Erinnerung seiner Reise ins Land der Träume neben einem gebrochenen Herzen auch ein Verlust von sieben Kilo (was ihm nicht schlecht steht, könnt ihr mir glauben!). Der Trennungsschmerz blieb also das einzig Reale in diesem virtuellen Abenteuer.
Philipp gab uns vor dem PC seiner Schwester eine kleine Einführung auf seinen Lieblings Anbagger Seiten. Wenn sogar dieser schnuckelige Typ seine Bekanntschaften surfender Weise sucht, kann ein kleines, schüchterndes, ein wenig einfach gestricktes Würstchen ohne großartige Sozialkontakte das doch auch versuchen. Ich zum Beispiel.
Der Pizzabote klingelte.
Diana verteilte Teller, wir bedienten uns und suchten ein Plätzchen auf der hellen Couch oder dem cremefarbenen Teppichboden. In kurzer Zeit schlürften wir literweise Cola Zero und knabberten Berge von Chips light zwischen zwei Happen Dreikäse Pizza.
Philipps Laune stieg in der schnatternden weiblichen Runde beträchtlich. Er unterhielt sich eifrig mit Elke. Die empfahl ihm, die Seiten seines Haupthaars etwas stufiger schneiden zu lassen und der Frisur mit Gel Stand zu verleihen. Diana hatte ihre Highheels abgestreift (mit denen sie es auf immerhin einen Meter sechzig bringt) und verschlang ihre Pizza so gierig, als sei dies die einzige richtige Mahlzeit im nächsten Monat. Was mehr als höchst wahrscheinlich ist.
Noch hatten wir es uns nicht ganz gemütlich gemacht. Die männliche Anwesenheit hemmte unsere Pyjamapartylaune. Das änderte sich schlagartig, als Philipp sich seiner Jeans entledigte und danach den Rolli auszog. Als sei das die natürlichste Sache der Welt. Völlig entspannt präsentierte er sich uns in einem löchrigen T-Shirt und einer Batman Boxershort. Prompt verkrümelten wir uns in Dianas Schlafzimmer und zogen unsere Schlafoutfits an.
Ruth hüllte sich in einen bestickten Kaftan, ein Reiseandenken aus Dubai. Sie wirkte wie eine Prinzessin aus 1000 und einer Nacht, Ausgabe verführerische Schwedin wird Lieblingsfrau des Sultans. In krassem Gegensatz dazu trug ich einen ordinären aber super molligen und gemütlichen Schlafanzug mit einem Bärchen auf der Brusttasche. Diana schlüpfte in ein weißes besticktes Baumwollhemdchen. Ungeschminkt und mit wirren Haaren wirkte sie darin beinahe wie ein Teeny. Lea hatte ihre Haare mit einer Spange hochgesteckt. Sie hatte nur die obersten beiden Knöpfe der Jacke ihres Herrenschlafanzugs geschlossen und wirkte mit ihrem blitzenden flachen Bauchnabel äußerst sexy. Glücklicherweise hielt sich unsere aufkeimende Eifersucht in Grenzen, da Leas abgeschminktes Gesicht unästhetische Aknenarben aufwies. Elke schoss den Vogel ab in ihrem karierten alten Schlabberteil ohne die geringste Tierchenapplikation die die Scheußlichkeit hätte pimpen können. Ich war also dem Titel hässlichstes Outfit des Abends gerade noch mal entgangen. Uff!

Pyjamaparty 2

von Eufemia Pursche E-Mail

Dianas Wohnung ist ein Traum. Ich stelle das ohne einen Funken Neid fest. Helle klare Räume mit Designermöbeln. Nirgends ein Zeichen von der chaotischen Unordnung wie sie in einer mir wohl vertrauten Singlemama Behausung vorherrscht. Die blitzsaubere Atmosphäre hat natürlich Gründe. Erstens beschäftigt Diana eine Putzfrau, die sich alle sechs Monate ein Zwischenzeugnis als Haushaltsassistentin Luxus-Appartement ausstellen lässt, selbstverständlich mit parallel einhergehender saftiger Gehaltssteigerung. (Diana kann also unbesorgt Höschen, Hemdchen und andere Wäschestücke fallen lassen. Sie werden von unsichtbaren Händen eingesammelt, gewaschen, gebügelt und finden sich vorbildlich eingeräumt an ihrem Stammplatz im Ankleidezimmer wieder. Kein Staubmolekül überlebt den Tag. Und der Kühlschrank ist stets gefüllt mit frischem Obst und Gemüse.) Zweitens hat Diana keine Kinder. Sie hat es also gar nicht nötig, sich zwischen Hunderten auf dem Boden verteilten Spielsachen, schmutzigen Söckchen unter den Schränken und diversen hartnäckigen Schokoladeflecken auf allen Stoffoberflächen der Wohnung zu bewegen.
Manchmal stelle ich mir vor, abends einfach ihr sauberes Zuhause aufzusuchen, die Schuhe auszuziehen, den kneifenden BH zu öffnen und mich auf die einladende Couch zu werfen. Entspannen. Vollkommen entspannen. Wie man es nur aus Filmen kennt.
Mir nach der Arbeit ein heißes Bad einlassen mit moussierenden Aromen. Einige Duftkerzen anzünden und eine Stunde in diesem Schaum verweilen und dabei in der Brigitte schmökern oder in der Freundin. Das Ganze unterlegt mit der allerersten Take That CD. Nostalgie pur. Nach dem Bad warten vorgewärmte weiche Handtücher auf mich und nicht die gewohnten brettharten Teile wie bei mir zu Hause (die Reparatur des Wäschetrockners habe ich aus finanziellen Gründen auf 2037 verschoben). Danach verwöhne ich die Haut mit einer sauteuren Creme und schlüpfe anschließend in ein kuscheliges Kaschmirjoggingoutfit. Genau das Richtige für das Sofa. Dort serviert die Köchin ein leichtes Mahl und einen schweren Rotwein. Abwechselnd werden anschließend die Fußnägel lackiert und Ferrero Rochers geknabbert, die mit Hilfe des Personal Trainers am nächsten Morgen wieder abgespeckt werden. Und zum Abschluss des Abends auf dem Sofa natürlich ein Roman mit Happy End. Die Handlung umrahmt und durchdrungen vom Duft frischer Blumen in der Mingvase.

Das Optimum in meinem realen Leben läuft wie folgt ab: Nach der Arbeit kaputt nach Hause kommen, sofort eine Waschmaschine anschmeißen und das Geschirr abwaschen, das seit dem Vorabend eingeweicht auf das Spülen wartet, während ich Lenchen auffordere, endlich die Mathehausaufgaben zu erledigen. Danach das Badewasser für die Kleinen einlaufen lassen. Verhandeln, debattieren, drohen und Mia anflehen, endlich in die Badewanne zu steigen. „Nein, Liebchen, das Wasser ist nicht zu heiß. Ich schwöre auf den abrasierten Schädel von Crystal Barbie.“ Während meine Töchter planschend in der Wanne kreischen, ein Tiefkühlgericht zum Abendessen auftauen und endlich die Einkäufe verstauen. Dreißig Spurts zwischen Küche und Bad um verschiedene Konflikte zwischen Lenchen und Mia zu schlichten, die abwechselnd brüllen wie am Spieß wegen des Plastik Tokrotil (sagt Mia), das ihr gehört, nein mir (heult Lenchen) oder weil die eine oder andere nasse Haare hat. Ruhe bewahren. Nur die Ruhe! Satz mit x. Das vermaledeite Krokodil konfiszieren. Drohen, dass auch den zwanzig weiteren Plastiktieren die um den hoffnungsvollen Nachwuchs schwimmen, das gleiche Schicksal droht, wenn nicht bald Ruhe ist im Karton. Das Essen warm stellen und Bügelwäsche im Wohnzimmer vor „Verbotene Liebe“ erledigen. Parallel mit Lenchen und Mia verhandeln, debattieren, ihnen drohen und sie anflehen, ihre Badeorgie endlich zu beenden. Sie erklären sich einverstanden, unter der Bedingung, dass sie nicht als erste aus der Wanne klettern. Tief in die mütterliche Trickkiste greifen, um auch dieses Problem zu lösen.
Danach die Mädchen in die Schlafanzüge gepackt, die Haare gefönt und dann am Tisch der gewohnte Kampf um das Leeren der Teller. Vor allem, wenn es keine Pommes Frites oder keine Spaghetti gibt. Verzweifelt den kleinen Sturköpfen nachgeben und sie mit Joghurts und Bifis füttern. Danach Zähneputzen und Gute Nacht Geschichte. Glauben, dass sie endlich schlafen und mir ein Bad einlaufen lassen. Ohne Schaum; die Mädchen haben alles aufgebraucht. Fünfmal aus der Wanne klettern um Gespenster zu vertreiben, Durst zu löschen, Teddy zu suchen. Relaxen? Fehlanzeige! Die Haare mit Babyshampoo waschen weil Lenchen und Mia mein Herbal Essences an den Goleo verschwendet haben. Die Haare mit einem steifen Handtuch aus der Aussteuer (also prähistorisch) abtrocknen. Mich in einen zu engen Schlafanzug quetschen (ich hoffe, er ist nur eingelaufen) und mich dann über die Reste auf den Tellern meiner Kinder hermachen. Wäre doch schade drum. Morgen werde ich meine Waage schocken. Weil zwischen Job und Einkauf keine Zeit blieb, beim Buchhändler meines Vertrauens einen Roman zu erstehen, blättere ich in der Fernsehzeitung. Zappen. Werbung, Werbung, Werbung. Keine frischen Blumen in der Plastikvase. Die würden auch zu sehr deprimieren angesichts der Tatsache, dass sie nicht geschenkt, sondern selbst gekauft wären.

Pyjamaparty 1

von Eufemia Pursche E-Mail

Ich (genervt am Telefon): „Mensch Mama! Wenn ich dir doch sage, dass es mir gut geht! Hör endlich auf, dir dauernd Sorgen zu machen!“
Meine Mutter: „Du bist so was von naiv, Kind! Wie kann es dir gut gehen, mit einem Chef, der dich mobbt, ohne Mann und mit zwei Mündern, die du zu stopfen hast?“
Ich (genieße es, wenn meine Mutter mich aufrichtet indem sie mir die positiven Seiten meines Lebens unter die Nase reibt): „Maaaaaaaaaama, jetzt mache aber mal einen Punkt. Mein Chef hat mich nur einmal genervt und nie wieder (warum habe ich ihr überhaupt nur davon erzählt?). Außerdem will ich mir ja sowieso einen neuen Job suchen. Eine Arbeit, die auf alle Fälle besser bezahlt ist als mein Babysitter … Was den fehlenden Ehemann angeht, der ist derzeit nicht mein Hauptproblem.“
Meine Mutter (panisch): „Dein Hauptproblem? Was ist es dann, dein Hauptproblem? Erzähle es Mama.“
Ich (noch genervter): MAMA, ich habe kein Hauptproblem, keine großen, keine kleinen Probleme, überhaupt keine Probleme! Glaub mir.“
Meine Mutter (beunruhigt): „Bist du sicher, dass es dir gut geht? Hast du genug zu essen? Ich komme am Wochenende vorbei und fülle dir den Kühlschrank.“
Ich (hallo? Hört mir jemand auch mal zu?): „Danke Mama, aber du brauchst nicht für mich einkaufen. Außerdem füllst du immer den Schrank mit Unmengen von staubigen Keksen, die die Kinder nicht mögen. Also muss ich sie selber vernichten. Resultat: Zwei Kilo mehr auf der Hüfte nach jedem deiner Besuche.“
Meine Mutter: „Das ist ja mal wieder typisch. Die Kinder sind mager zum Erbarmen. Weil du ihnen nichts Vernünftiges kochst. Dir könnte eine Diät allerdings nicht schaden! Du lässt dich in letzter Zeit wirklich gehen.“
Ich (deprimiert): „Ja, ja, ja …“
Meine Mutter (Größe 36): Stimmt doch! Die Kinder hungern lassen und dich voll stopfen.“
Ich (in der Haut einer frisch gekürten Rabenmutter): „Und sonst? Alles in Ordnung bei dir?“
Meine Mutter: „Ja, ja.“
Ich (zuckersüß): „Also, wegen der Kleinen. Könntest du vielleicht heute Abend auf sie aufpassen? Ich will mit Lea zu Diana und dort übernachten.“
Meine Mutter: „Welche Lea? Deine Cousine?“
Ich (geduldig): „Wer sonst?“
Meine Mutter: „Na gut. Wann soll ich da sein?“

Mum-goes-blog sieht Sternchen

von Eufemia Pursche E-Mail

Von: Mum-goes-blog
An: Dippeloma
Betreff: Was sagen die Sterne

Ich hatte die geniale Idee, mir von Janina Tarota ein Geburtshoroskop erstellen zu lassen. Einfach Wahnsinn, was so ein Teil über dich aussagt! Ich leite dir das Horoskop mal weiter. Mail mir, was du davon hältst.

Von: Dippeloma
An: Mum-goes-blog
Betreff: Schmarrn!

Ok, ich habe mir die 23 Seiten reingezogen. Da stehen schon Dinge drin, die stimmen; z.B., dass du Schuhgröße 39 und Slips aus Mikrofasern trägst. Aber es gibt auch eine Menge offensichtlicher Unstimmigkeiten. Ich verstehe einfach nicht, wie du auf so einen Betrug reinfallen kannst! Du und Jungfrau! Jungfrau, Aszendent Jungfrau! Ich lache mich schlapp! Da muss man schon komplett Banane sein um auf so was reinzufallen.Wenn du Jungfrau bist, dann dreht Mutter Teresa sich im Grab um. Jungfrau in deinem Alter wirkt auch nicht gerade aufwertend.

Von Mum-goes-blog
An: Janina Tarota
Betreff: Horoskop Analyse

Janina, verzeihen Sie die erneute Störung. Ich habe noch eine Zusatzfrage wegen der offensichtlichen Unvereinbarkeit zwischen Sternzeichen und Aszendent. Ist Ihnen da ein Fehler unterlaufen? Bin ich wirklich Jungfrau, Jungfrau. Meine Bekannten sagen, dass es handfeste Beweise gibt, dass ich nicht Jungfrau sein kann.

Von: Janina Tarota
An: Mum-goes-blog
Betreff: Re: Horoskop Analyse

Werte Mum-goes-blog, Sie SIND Jungfrau, Aszendent Jungfrau. Ich habe Ihre Daten nochmals überprüft. Es ist doch wunderbar, Jungfrau, Aszendent Jungfrau zu sein! Reinheit und Keuschheit in Person!

Von: Mum-goes-blog
An: Dippeloma
Betreff: du weißt schon

Scheiße, es ist schrecklich! Ich bin keusch. Ich werde nie mit meinem Physiker schlafen!

Von: Dippeloma
An: Mum-goes-blog
Betreff: Re: du weißt schon

Ist ja gut, ich bin ja da. Du bist nicht allein.

Von Mum-goes-blog
An: Dippeloma
Betreff: Re: Re: du weißt schon

Du quatschst mit NIEMANDEM darüber, verstanden? Wenn jemand erfährt, dass ich keusch bin, bin ich erledigt.

Von: Marketing-Kollege
An: Mum-goes-blog
Betreff: dein Horoskop

Dippeloma hat mir erzählt, du bist Jungfrau, Aszendent Jungfrau? Ich hab noch nie so gelacht! Wenn du Jungfrau bist, hatten die Heiligen drei Könige Gruppensex! Keine Sorge, ich sag’s keinem weiter.

Von: Helga
An: Mum-goes-blog
Betreff: dein Horoskop

Ich möchte ja keine Zweifel säen, aber Dippeloma erzählt, dass du eine Geburtshoroskop Analyse hast machen lassen. DU sollst Jungfrau, Aszendent Jungfrau sein? Das ist vollkommen unmöglich! Und das muss dir auch klar sein, selbst wenn man die Sünden, die du vergessen hast, nicht mitzählt. Keine Sorge, ich sag’s keinem weiter.

Von: Mum-goes-blog
An: Granny
Betreff: deine Tochter

Mama, bist du 100% sicher mit meiner Geburtsstunde? Ich habe eine Horoskop Analyse auf der Grundlage von 21:45 Uhr erstellen lassen und das ergab die Katastrophe! Hast du dich wirklich nicht geirrt? Bin ich wirklich um 21:45 Uhr geboren?

Von: Granny
An: Mum-goes-blog
Betreff: deine Mutter ;-)

Ach, du bist abends geboren?

Von: Mum-goes-blog
An: Granny
Betreff: Re: deine Mutter ;-)

Hör mal, Mama, das ist ja jetzt wohl der Gipfel! DU hast mir GESTERN gesagt, dass ich um 21:45 Uhr geboren bin. Das ist keine Erfindung meinerseits! Ich habe 187 € auf der Grundlage 21:45 Uhr aus dem Fenster geschmissen. Also komm mal aus dem Quark bzw. deiner Osteoporose und konzentriere dich auf die Geburtsstunde deiner einzigen Tochter!

Von: Granny
An: Mum-goes-blog
Betreff: Re: Re: deine Mutter ;-)

Das Geburtsjahr könnte ich einfacher herausfinden.

Von: Mum-goes-blog
An: Dippeloma
Betreff: Jepp!

Es gibt noch Hoffnung!!!

Verknallt in einen Hobbit

von Eufemia Pursche E-Mail

Von: Mum-goes-blog
An: Dippeloma
Betreff: LIIIIIEBE

Dippeloma, ich bin HAPPY! Es ist gut möglich, dass du bereits mehrere Mails von den Leuten bekommen hast, die gestern mit mir auf der Fete von Marketing-Kollege waren. Sie haben RECHT! Ich habe den Abend mit einem sensationellen Typen verbracht, einem wunderbaren Mann mit irrwitziger Anmut, Bewegungen wie ein Panther, göttlichen Schultern und einem Antlitz, gegen das der Kopf des britischen Thronfolgers wie ein durchgeschossener Blumenkohl anmutet. Ach ja, und seine Augen halten alle Sonnenstrahlen gefangen. Ein perfekter Kussmund als Krönung. Kurz und gut: genau der richtige Mann für mich. Nicht traurig sein, eines Tages wird dir das auch passieren. Heute winkt mir das Glück, aber du bist sicher bald auch an der Reihe. Nur Mut, ich mache mir keine großen Sorgen um deine Zukunft.

Von: Marketing-Kollege
An: Dippeloma
Betreff: meine Fete

Dippeloma, ich hoffe, deine Migräne hat sich bis heute verzogen. Du hast uns echt gefehlt gestern Abend! Und vor allem hast du die neuste Chose von Mum-goes-blog verpasst! Die hat sich doch tatsächlich an einen laufenden Meter in Anzug und Krawatte verguckt. Einen Kerl in Lackschuhen, mit Klunkerarmband und Geheimratsecken, den Daniel mitgeschleift hatte. Der arme Kerl war ganz verwirrt. Er schaute sich dauernd um, ob nicht die Verstehen Sie Spaß? Kamera irgendwo zu entdecken war. Ich schwöre dir, Mum-goes-blog ist in voller PMS. Wir haben uns jedenfalls weggeschmissen vor Lachen.

Von: Helga
An: Dippeloma
Betreff: Lach dich schlapp!

Geht’s dir wieder besser, Dippeloma? Ich wollte dich heute früh anrufen, wollte dich dann aber doch lieber nicht wecken. Du kannst dir nicht vorstellen, was wir gestern für einen Spaß mit Mum-goes-blog hatten! Ich möchte wirklich wissen, was in ihrem Schädel vorgeht. Da liefen SAHNESCHNITTEN zuhauf rum, doch sie verguckt sich wie ein blindes Huhn in einen Gnom! Mum-goes-blog himmelte ihn an wie eine göttliche Erscheinung. Mein Hans-Jürgen und ich konnten es einfach nicht begreifen.

Von: Godboss
An: Dippeloma
Betreff: Setz dich lieber hin!

Weißt du schon, dass Mum-goes-blog sich eine Fritte geangelt hat?

Von: Dippeloma
An: Marketing-Kollege; Helga; Godboss
Betreff: Mum-goes-blogs Version

Sie sagt, er sei eine Wucht!

Von: Marketing-Kollege
An: Dippeloma
Betreff: Re: Mum-goes-blogs Version

Spinnst du?

Von: Helga
An: Dippeloma
Betreff: Re: Mum-goes-blogs Version

Spinnst du?

Von: Godboss
An: Dippeloma
Betreff: Re: Mum-goes-blogs Version

Spinnst du?

Von: Mum-goes-blog
An: Dippeloma
Betreff: Wenn die Liebe …

Eh, warum antwortest du nicht? Bist du neidisch, weil ich das große Los gezogen habe? Aber nicht doch, nur weil dieser Diamant in mein Leben getreten ist, werde ich dich doch nicht aus meinem Herzen verbannen. Außerdem ist ja noch nicht wirklich was gelaufen.

Von: Dippeloma
An: Mum-goes-blog
Betreff: Re: Wenn die Liebe …

Marketing-Kollege, Helga und Godboss sagen, dass er ein Hobbit ist.

Von: Mum-goes-blog
An: Dippeloma
Betreff: Re: Re: Wenn die Liebe …

Spinnst du?

Von: Mum-goes-blog
An: Marketing-Kollege; Helga; Godboss
Betreff: Ihr habt sie nicht mehr alle!

Nur, weil ich euch überwältigende Dinge zeige, von denen ihr nicht die geringste Ahnung habt, müsst ihr mich nicht in Verruf bringen! Darf ich dich daran erinnern, Marketing-Kollege, dass die letzte Frau in die du dich verliebt hast, deine Mutter war? Und was dich betrifft, Godboss: Nur weil der Schöpfer dir den IQ eines Schilehrers verpasst hat, musst du nicht das ganze Leben aus der sicht eines Pograbschers betrachten! Die Liebe zeigt sich bisweilen auch in subtileren Formen. Das hat nichts mit der Tiefe des Gefühls zu tun, sondern mit einer ästhetischeren Form. Kapiert? Und du Helga, schau dir deinen Hans-Jürgen mal an, bevor du hier die dicke Lippe riskierst. Also lasst uns in Ruhe!

Von: Marketing-Kollege
An: Dippeloma
Betreff: Problem mit Mum-goes-blog

Du hast Mum-goes-blog doch hoffentlich nicht gesagt, dass wir ihren Knilch lächerlich finden?

Von: Helga
An: Dippeloma
Betreff: die Sache gestern Abend

Offiziell finde ich den Bonsai von Mum-goes-blog sensationell, nur dass du es weißt! Also fahre uns nicht in die Scheiße.

Von: Godboss:
An: Dippeloma:
Betreff: größte Diskretion

Mit „Fritte“ meinte ich was Nettes. Also hau uns bei Mum-goes-blog bloß nicht in die Pfanne!

Von: Dippeloma
An: Marketing-Kollege; Helga; Godboss
Betreff: scheinheilige Miststücke!

Ihr ekelt mich echt an! Mum-goes-blog findet endlich einen Mann, der sie berührt, und alles was euch dazu einfällt ist, sie mit eurer süffisanten Ironie zuzusülzen. Und dann steht ihr nicht mal dazu! Mum-goes-blog kann sich nicht irren. Ihr seid Kakerlaken! Schweinepriester! Küchenschaben! Ich hasse euch!

Von: Mum-goes-blog
An: Dippeloma
Betreff: Liebe mit großem „L“

Guck mal in die Anlage. Das ist ein Foto von dem Mann, den ich gestern kennengelernt habe. Das Bild ist nicht gut, weil ich es mit dem Handy aufgenommen habe. Außerdem lag ich da gerade unter dem Buffet. Aber du siehst trotzdem, dass er wirklich anders ist als alle anderen.

Von: Dippeloma
An: Marketing-Kollege; Helga; Godboss
Betreff: Sorry sorry sorry

Ähm, ich habe ein Foto von dem Typ gesehen. Ich war vielleicht ein wenig hart zu euch.

Vorspiel

von Eufemia Pursche E-Mail

Seit dem letzten Thread hat Mum-goes-blog viel erlebt:

Zum Beispiel hat sie einen berühmten Bariton glauben lassen, er habe ein wunderbares Organ (ohne näher zu präzisieren, um welches Organ es sich dabei handelt).

Mum-goes-blog hat den Leiter des Botanischen Gartens verführt – unter dem Vorwand, sie brauche seine Unterstützung bei der Bepflanzung ihres 4 m² Balkons.

Mum-goes-blog hat - berauscht von einem linken Katholiken – die Kerzenvorräte der Strauss Läden in Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach und Aachen leer gekauft.

Mum-goes-blog hat einen reaktionären Bodybilder glauben lassen, sie sei konservativ.

Mum-goes-blog hat einen Hobbydichter mit der Feststellung, er sei besser als Rilke, dazu gebracht, seine Hüllen fallen zu lassen.

Mum-goes-blog hat sich vor einem alternden Intellektuellen als Miss Brain ausgegeben, was ihn nachweislich erregte.

Mum-goes-blog hat fassungslos zugeschaut, wie die Nachbarn im Haus gegenüber vor ihren Augen Sexspielchen frönten.

Mum-goes-blog hat Gleiches mit Gleichem vergolten.

Mum-goes-blog hat Männerbäuche in der Sauna fotografiert.

Mum-goes-blog hat Tauchen gelernt, um im Schwimmbad die Unterbäuche besagter Gruppe zu inspizieren.

Mum-goes-blog hat einen Abend mit Brett Pitter verbracht und ihn dabei behandelt wie einen Horst.

Mum-goes-blog hat sich sogar in einer Bar als Lesbe ausgegeben um sich einen Mann zu ködern.

Mum-goes-blog hat den IKEA Katalog auswendig gelernt um einen schwedischen Streichholzfabrikanten zu entflammen.

In Venedig wusste Mum-goes-blog auf Anhieb, wozu Gondeln da sind.

Doch das ist jetzt alles Schnee von gestern:

Mum-goes-blog ist einen Schritt weiter gegangen: Sie hat sich verliebt.

Der-Herr-Papa ein Außerirdischer? Mum-goes-blog keine Frau?

von Eufemia Pursche E-Mail

Gestern Abend hatte ich das Gefühl, dass sich etwas Ungewöhnliches hinter meinem Rücken abspielte, während meine Maus sich emsig durch die Blogs klickte. Auf die Frage: „Welche Wäsche muss gewaschen werden?“, antwortete ich mit einem klaren: „Hmpfffffffffh.“ Wenn ich am Pezeh sitze, mutiere ich zum Autisten. Von der Seite angequatscht werden nutzlos! Auf die Frage: „Was möchtest du essen?“, brummelte ich: „Hmpfffffh nicht!“ Zwei Stunden später tauchte ich aus meiner Pixelwelt auf und entdeckte nicht nur die Wäsche ordentlich auf der Leine, sondern auch ein wunderbares Essen auf dem Tisch. Ich bin wirklich ein Glückspilz! Nachdem ich mir dann noch das Buch von Eva Hermann reingezogen hatte und den dazu passenden Kommentar von Alice Schwarzer, abgerundet mit einem Geschlechtertest in der ELLE, gesteht Mum-goes-blog hier feierlich, dass der Mann, der ihr Leben teilt, in nichts denen gleicht, die von ihren Mitschwestern beschrieben werden. Schlimmer noch, im Test ergab mein Punktestand: Mum-goes-blog ist ein richtiger Mann! Wobei ihre Neigung zu Schachtelsätzen eindeutig femininen Charakter hat!

Testergebnis:
Zu Hause macht Der-Herr-Papa: den Haushalt (bevor mich der aufregt, hat er schon die Bude geputzt), den Abwasch (ich kenne mich mit den ganzen Knöpfen an der Spülmaschine nicht so aus), das Kochen (nicht nur in Butter geschwenkte Nudeln! Nein, nein, nein, sogar selbstgemachtes Tiramisu und Hirschmedaillons! Das Bügeln (ich hole das Eisen nur bei Leinen raus, also nie). Die Pflanzen (Der-Herr-Papa hat sogar zwei grüne Daumen).
Zu Hause macht Mum-goes-blog: nie den Mülleimer leer (je voller er ist, desto mehr stopfe ich hinein). Krümel auf dem Sofa, die Nacht zum Tag vor dem Pezeh. Sie vergisst, die dreckigen Gartenschuhe auszuziehen (besonders, wenn Der-Herr-Papa gerade gesaugt hat). Vergisst sogar, die Badewanne zu säubern.
Wir scheinen wirklich die Rollen vertauscht zu haben. Der-Herr-Papa sieht sich nur selten Fußballspiele an. Als Tüpfelchen auf dem i lässt er so Sätze vom Stapel wie: „Ich nehme das Spiel auf und schaue es morgen an, wenn du lieber den Film ansiehst.“ Ist das zu fassen? Ich bin dagegen ganz penibel, wenn es um das Fernsehprogramm geht. Na ja, ein Mann im Haus kann ja nicht schaden.
Wie, ihr habt Angst, dass Mum-goes-blog zum Mannweib mutiert? Entwarnung, ich kaufe nämlich ununterbrochen Klamotten, Schmuck und Schuhe die ich nie anziehe. Der-Herr-Papa kauft dagegen DVDs die er nie anguckt. Er besitzt eine Playstation, lässt seine Socken vorzugsweise unter dem Esstisch liegen und fällt in ein tiefes Spontankoma sobald Mum-goes-blog die wichtigen Worte äußert: „Wir müssen reden.“
Also alles im grünen Bereich!

Notfall

von Eufemia Pursche E-Mail

Diese Woche, Donnerstag, 12:20 Uhr
Mum-goes-blog und Marketing-Kollege kommen von der Mittagspause zurück.
Sie labern nett vor sich hin.

12:25 Uhr
Mum-goes-blogs rechter (oder war es der linke?) Absatz verheddert sich im rechten (oder linken) Jeanssaum.

12:25 Uhr und 4 Sekunden
Mum-goes-blog verliert ihr Gleichgewicht.

12:25 Uhr und 6 Sekunden
Mum-goes-blog versucht, ihr Gleichgewicht wiederzuerlangen.

12:25 Uhr und 9 Sekunden
Mum-goes-blog hat überhaupt nichts wiedererlangt.
Sie sieht, wie der Asphalt sich gefährlich ihrem Gesicht nähert und schnellt reflexartig schützend die Hände nach vorn.

12:25 Uhr und 9 Sekunden
Mum-goes-blog knallt auf die Erde.

12:26 Uhr
Mum-goes-blog macht Schmerzerfahrungen der Kategorie 4.

12:26 Uhr und 2 Sekunden
AUUUUUUUUUUUUUUUUUAAAAAAAAAAAAHHHH!!!
Marketing-Kollege schaut Mum-goes-blog entgeistert an.
Was muss man jetzt machen?
Mum-goes-blog: …!!!

12:27 Uhr
Mum-goes-blog liegt immer noch auf dem Boden.
Ihre rechte Handfläche blutig.
Ihr linkes Bein unbeweglich.
Marketing-Kollege: Mum-goes-blog, hier ist ja alles VOLLER BLUT!
Mum-goes-blog: …
Marketing-Kollege: Äh, ich glaube, mir wird schlecht.
Mum-goes-blog: …

12:30 Uhr
Mum-goes-blog befindet sich immer noch in der Horizontalen. Bewegungslos.
Marketing-Kollege ist weiß wie das Gästeklo. Bewegungslos.
Die Sani-Beauftragte der Firma taucht auf.

12:35 Uhr
Mum-goes-blog wird zum Saniraum geführt.
Mum-goes-blog in Socken im Foyer von Godboss’ heiligen Hallen.
Mum-goes-blog verteilt großzügig ihre Blutspende.
Das hat Stil!

12:40 Uhr
Mum-goes-blog liegt auf einer Pritsche.
Die Sani-Frau begutachtet ihr Knie.
Alle Achtung, das ist ja mal ein fettes Ei!
Mum-goes-blog: …

12:45 Uhr
Godboss: Mum-goes-blog, ich habe gerade erfahren, dass es schon wieder Probleme mit dir gibt. Was ist DIESMAL passiert?
Mum-goes-blog: Äh, ich bin hingefallen.
Godboss: Schon WIEDER?
Mum-goes-blog: Äh, ja …
Godboss: …
Mum-goes-blog: Ich habe mich verheddert, mit meinen Füßen …
Godboss: Das nächste Mal melde ich dich nicht für einen NLP-Kurs (Neuro-Linguistische-Programmierung) an, sondern für eine ISO Zertifizierung Richtiges Gehen
Mum-goes-blog: …

12:50 Uhr
Die Sani-Frau versorgt die rechte Hand.
Sani-Frau: Seltsam, dass an der linken Hand nichts dran ist.
Mum-goes-blog: Vielleicht, weil ich mir die rechte Hand kürzlich verbrannt habe. Die Haut war gerade erst verheilt, aber noch super dünn.
Sani-Frau: Woran haben Sie sich denn verbrannt?
Mum-goes-blog: An einer Wasserpfeife.
Sani-Frau: …

13: Uhr
Dippeloma gibt ihren Senf dazu: Mum-goes-blog, ich weiß es jetzt!
Mum-goes-blog: Was?
Dippeloma: Du hast zu kleine Füße! Deshalb fällst du andauernd hin!
Mum-goes-blog: …
Dippeloma: Doch, doch, ich bin ganz sicher! Bei deiner Körperlänge ist Schuhgröße 36 definitiv zu klein!
Mum-goes-blog: …
Dippeloma: Das Problem ist nur: Was kannst du machen um deine Füße zu verlängern?
Mum-goes-blog: Ich könnte mit Flossen laufen? Oder mit Palmblättern?
Dippeloma: …

13:45 Uhr
Im Auto mit Marketing-Kollege.
Auf Anweisung von Godboss bringt er Mum-goes-blog in die nächste Notaufnahme.
Marketing-Kollege: Also wirklich, Mum-goes-blog, du bist Weltmeisterin im Hinknallen!
Mum-goes-blog: Meine Mutter würde dir sagen, das sei das Werk des Unterbewussten.
Marketing-Kollege: Ach, nimm Granny nicht so ernst. Vielleicht sind deine Füße einfach nur untalentiert.
Mum-goes-blog: …

13:30 Uhr
Ankunft im Krankenhaus
Marketing-Kollege: Guck mal, Mum-goes-blog, ich habe dir einen super coolen Rollstuhl organisiert.
Marketing-Kollege wuchtet Mum-goes-blog in den Rollstuhl und parkt diesen in der Anmeldung der Notaufnahme.
Marketing-Kollege: Bald geht’s dir besser.
Mum-goes-blog: …
Marketing-Kollege: OK, ich mach mich mal vom Acker. Ruf mich gleich an, wenn du fertig bist.
Mum-goes-blog: Ja, hau schon ab, ehe Godboss komplett Amok läuft.
Marketing-Kollege: Und beweg dich nicht zu dolle!
Mum-goes-blog: …

13:35 Uhr
Mum-goes-blog: Äh, Schwester, ich hab da ein kleines Problem …
Empfangs-Drache: SCHON WIEDER?
Mum-goes-blog: *du bringst mich nicht auf die Palme, du nicht!
Empfangs-Drache: NOCH FRAGEN?
Mum-goes-blog: …

13:40 Uhr
Mum-goes-blog beschließt, ein Ründchen zu schlafen.

13:42 Uhr
Geschrei.
Mum-goes-blog öffnet die Augen.
Ein-Mann: VERDAMMT NOCH MAL, ich warte jetzt mit meiner Freundin bereits geschlagene VIER STUNDEN!
Empfangs-Drache: Da kann ich gar nichts machen. Es dauert halt, so lange es dauert.
Ein-Mann: Aber sie hat tierische ZAHNSCHMERZEN! Bekommen Sie das in Ihre hohle Birne?
Empfangs-Drache: Tja, da sind Sie hier völlig falsch. Wir haben keine zahnärztliche Ambulanz hier. Da müssen Sie in die Städtischen Kliniken.
Ein-Mann: WAS????????
Empfangs-Drache: Ich habe Ihre Begleitung nicht aufgenommen, sonst hätte ich Ihnen das gleich gesagt.
Ein-Mann: Wir haben hier also VIER STUNDEN WEGEN NIX gewartet?
Empfangs-Drache: …
Mum-goes-blog kommt die Einsicht, dass aus ihrem Schläfchen wohl nichts wird.

13:45 Uhr
Ein-Mann schnappt seine Freundin unter den Arm und zerrt sie zum Ausgang.
Öffnet tobend die Tür.
Sensationeller Abgang.

13:45 Uhr und 4 Sekunden
Ein-Mann kommt zurück. Er hat vergessen, der Tür einen saftigen Tritt zu verpassen.
Ein-Mann: SCHWEINEBANDE!!!
Echt tolle Stimmung!

14:00 Uhr
Mum-goes-blog vertieft in ihr Buch.
Die Wartenden drum herum schweigen wohltuend.

14:02 Uhr
Luigi-funghi: SIGNOOOOOOOOORAAAA Schwester!
Mum-goes-blog hebt die Augen.
Empfangs-Drache: Bitte sehr der Herr?
Luigi-funghi: Das ist TROPPO! Ne ho ABBASTANZA! Ich warten seit Stunden lang und habe genervt!
Empfang-Drache: Tut mir Leid, aber heute ist es eben voll.
Luigi-funghi: Das egal! Und IO?
Empfangs-Drache: …
Luigi-funghi: Geben Überweisung und ich verschwinden.
Empfangs-Drache: Überweisungen darf nur der Doktor ausstellen. Setzen Sie sich wieder hin.
Luigi-funghi: VAIVAIVAIVAI,MADONNA, fick deine …
Empfangs-Drache: …
Mum-goes-blog schließt ihr Buch.

14:10 Uhr
Ein kleines Mädchen in rosa Kleidchen lächelt Mum-goes-blog an.
Mum-goes-blog lächelt zurück. Die Welt kann so einfach sein.

14:20 Uhr
Frau-mit-Knallfroschfrisur betritt die Bühne: WO IST SIE?
Empfangs-Drache: Wer?
Skater-Bienchen räuspert sich hinter Mum-goes-blog: Alles in Ordnung, Mama. Sie ist bei Bewusstsein.
Frau-mit-Knallfroschfrisur: DU HAST MIT IHR GESPROCHEN?
Skater-Bienchen: Ja, reg dich nicht auf. Sie ist OK!
Frau-mit-Knallfroschfrisur: Verdammt, und was ist passiert?
Skater-Bienchen: Wir haben auf den Bus gewartet. Dann ist ihr schlecht geworden und sie ist einfach umgefallen. Aber ich habe sie aufgefangen. Echt, Mama!
Pinkie-Jogging (Freundin von Skater-Bienchen): So war’s.
Frau-mit-Knallfroschfrisur: Müsst ihr mich immer so in Angst und Schrecken versetzen? Ich habe alles stehen und liegen gelassen. Habe mich nicht mal geschminkt.
Pinkie-Jogging: Und nicht frisiert.

14:25 Uhr
Der ganze Wartesaal nimmt Anteil an Umgekipptes-Mädchen.
Skater-Bienchen: Und ihr Scheiß-Typ hat sich auf und davon gemacht, als der Krankenwagen kam.
Frau-mit-Knallfroschfrisur: Wieso das denn?
Skater-Bienchen: Er hat geglaubt, da kämen die Bullen.
Frau-mit-Knallfroschfrisur: WAS?
Skater-Bienchen: Ein richtiger Looser, der Typ!
Frau-mit-Knallfroschfrisur: WIESO HATTE DER SCHISS VOR DEN BULLEN?
Skater-Bienchen: …
Mum-goes-blog räumt ihr Buch in die Tasche.

14:30 Uhr
Strähnchen-Piercing und Begleitung tauchen auf: WO IST SIE?
Mum-goes-blog *Wie viele von der Sorte gibt es eigentlich?

14:35 Uhr
Konferenz um Frau-mit-Knallfroschfrisur.
Skater-Bienchen: Mama, reg dich nicht auf.
Frau-mit-Knallfroschfrisur: WIE KANN ICH DA RUHIG BLEIBEN?
Pinkie-Jogging: Den Scheißkerl bring ich um.
Frau-mit-Knallfroschfrisur: Rückt endlich mit der WAHRHEIT raus!
Skater-Bienchen: Tja, sie hat heute Morgen nichts gegessen. Sie will ja abnehmen …
Frau-mit-Knallfroschfrisur: Fängt dieser Quatsch schon wieder an?
Strähnchen-Piercing: Tja, und dann kamen wir ja auch nicht aus der Schule …
Frau-mit-Knallfroschfrisur: WAS?
Pinkie-Jogging: Den Kerl mach ich kalt!
Frau-mit-Knallfroschfrisur: Du machst niemanden kalt, du hältst die Klappe!
Skater-Bienchen: Und dann hat sie auch noch ein bisschen geraucht.
Frau-mit-Knallfroschfrisur: IHR RAUCHT?
Strähnchen-Piercing: Nur einen Joint.
Frau-mit-Knallfroschfrisur: Um Himmels Willen, schrei nicht so! Man hört uns ja im ganzen Krankenhaus!
Das Wartezimmer ist voll informiert.

14:40 Uhr
Frau-mit-Knallfroschfrisur geht nach draußen um frische Luft zu schnappen.

14:45 Uhr
Strähnchen-Piercing: Echt, deine Alte regt sich auf wegen nix!
Skater-Bienchen: Meine dumme Kuh von Schwester ist auf dem Fress- und Kotztripp und ich darf es ausbaden!
Empfangs-Drache: Darf ich unterbrechen?
Skater-Bienchen: Hä?
Empfangs-Drache: Sie können Ihre Schwester jetzt sehen. Ach ja, sie will was zu essen.
Skater-Bienchen: Spinnt die?
Emfangs-Drache: …

15 Uhr
Luigi-funghi überschwemmt den Wartesaal mit seinen Flüchen.
Niemand hört ihm zu.
Frau-mit-Knallfroschfrisur ist zurück.
Frau-mit-Knallfroschfrisur: Ich werde diesem Miststück eine Lektion erteilen, die sich gewaschen hat!
Pinkie-Jogging: Darf ich Sie daran erinnern, dass wir in einem KRANKENHAUS sind?
Frau-mit-Knallfroschfrisur: Du hältst als erstes mal dein Schandmaul!
Strähnchen-Piercing: Huhu, jetzt hat sie es dir aber gegeben, Pinkie-Jogging!
Frau-mit-Knallfroschfrisur: Dich zieh ich gleich an deinem Nasenring nach draußen!
Strähnchen-Piercing: …

15:15 Uhr
Strähnchen-Piercing: Ihr Freund ist echt ein Arsch!
Skater-Bienchen: Sich einfach so zu verpissen!
Pinkie-Jogging: Ich ruf ihn an!
Frau-mit-Knallfroschfrisur: Ich warne dich vor: Wenn du nicht bald Ruhe gibst, hau ich dich an Ort und Stelle aus deiner Jogging-Hose.
Pinkie-Jogging: Mistkerl! Immer nur die Mailbox! Ich gehe jetzt zu ihm und mache Hackfleisch aus dem Typ !
Frau-mit-Knallfroschfrisur: DU GEHST AUF DER STELLE RAUS UND BERUHIGST DICH WIEDER!
Frau-mit-Knallfroschfrisur zerrt Pinkie-Jogging nach draußen.
Skater-Bienchen: Meine Mutter ist verrückt.
Strähnchen-Piercing: …
Skater-Bienchen: Mit so einer Mutter kann man gar nicht normal sein!
Strähnchen-Piercing: …

15:30 Uhr
Marketing-Kollege per SMS: Na, wie geht’s?
Mum-goes-blog: Ich warte immer noch.
Marketing-Kollege: Sind wenigstens ein paar schnuckelige Krankenpfleger da?
Mum-goes-blog wendet sich wieder dem Drama im Wartesaal zu.

15:45 Uhr
Luigi-funghi erwacht.
Überschüttet Empfangs-Drachen und den Frau-mit-Knallfroschfrisur Clan mit üblen Hasstiraden.
Die hier aus Zensurgründen nicht wiedergegeben werden.
Empfangs-Drache gibt auf und nimmt ihn mit.
Allgemeine Erleichterung im Wartebereich.

16 Uhr
Mum-goes-blog wird zur Voruntersuchung aufgerufen.
MTA: Sorry, Frollein.
Mum-goes-blog: Kein Problem, halb so wild.
MTA: Hier ist heute die Hölle los.
Mum-goes-blog: Verständlich, macht nichts.
MTA: Was machen Ihre Schmerzen?
Mum-goes-blog: Geht so. Noch auszuhalten.
MTA: Falsche Antwort! Jetzt müssen Sie noch länger warten.
Mum-goes-blog: …

16:15 Uhr
Zurück im Wartesaal.
Frau-mit-Knallfroschfrisur und die Mädels futtern Süßkram.
Bester Laune.
Skater-Bienchen lächelt Mum-goes-blog an.
Mum-goes-blog lächelt zurück.
Pinkie-Jogging blinzelt Mum-goes-blog zu.
Mum-goes-blog lächelt zurück.
Die Stimmung ist gelöst.
Mum-goes-blog vertieft sich wieder in ihr Buch.

17 Uhr
Mum-goes-blog schläft wie ein Stein in ihrem Rollstuhl.

17:30 Uhr
Mum-goes-blog liest.

18 Uhr
Kleine-blonde-Krankenschwester bringt Mum-goes-blog in einen Untersuchungsraum.
Kleine-blonde-Krankenschwester: Tut mir Leid, dass Sie so lange warten müssen. Aber der Scheißdrucker ist kaputt und der Arzt ist verschwunden. Kein Schwein weiß, wohin.
Mum-goes-blog: …
Kleine-blonde-Krankenschwester: Wie ist das denn passiert?
Mum-goes-blog: Weiß nicht so genau.
Kleine-blonde-Krankenschwester: …
Mum-goes-blog: Ich falle oft hin. Meine Mutter meint, das sei unterbewusst. Vielleicht habe ich aber auch zu kleine Füße.
Kleine-blonde-Krankenschwester: Hmm, vielleicht ist auch Ihr Gleichgewichtssinn im Innenohr gestört. Stoßen Sie oft irgendwo gegen?
Mum-goes-blog: Ja, aber das passiert, weil ich mich in meinem Kopf für viel schlanker halte als ich wirklich bin. Da habe ich wohl das falsche Körpergefühl: gefühlte Größe 36 und vergessen, dass ich ein wenig zugelegt habe, verstehen Sie?
Kleine-blonde-Krankenschwester: Größe 44?
Mum-goes-blog: …

18:30 Uhr
Der Arzt ist wieder da.
Arzt: Röntgen linkes Knie.
Arzt verschwindet wieder.
18:45 Uhr
Kleine-blonde-Krankenschwester repariert den Drucker.
Kleine-blonde-Krankenschwester: Verdammt, bin ich hier der Netzwerktechniker oder was? Wenn das so weiter geht, lasse ich mich umschulen!
Der Drucker bewegt sich.
Mum-goes-blogs Überweisung zum Röntgen wird gedruckt.
In zwanzigfacher Ausfertigung.
Kleine-blonde-Krankenschwester: Scheißteil! Ok, aber Sie haben jetzt Ihre Überweisung. Ab zum Röntgen!
Mum-goes-blog: Äh, ich kann nicht gehen.
Kleine-blonde-Krankenschwester: Ach ja, na gut, dann bringe ich Sie rüber.

19 Uhr
Mum-goes-blog im Wartesaal der Radiologie.
Eine Tragbahre wird herein geschoben.
Darauf ein junger Basketballfreak.
Knie und Ellbogen bluten.
Basketballfreak: Hi.
Mum-goes-blog: Hallo.
Basketballfreak: Was ist mit dir?
Mum-goes-blog: Ich bin gefallen.
Basketballfreak: Boa, eh, genau wie ich! Bin einfach über den Ball gestolpert.
Mum-goes-blog: Hast du es schon mal mit Wasserball versucht?
Basketballfreak: …

19:15 Uhr
Basketballfreak filmt mit dem Handy ein Video von einem Mann, der schnarchend auf einem Besucherstuhl sitzt.
Mum-goes-blog: Übertreibst du jetzt nicht?
Basketballfreak: Das ist mein Alter, eh!
Mum-goes-blog: Aha.
Basketballfreak: Er soll ruhig mal sehen, wie er aussieht, wenn er wie ein dickes Ferkel schnarcht.
Mum-goes-blog: …

19:30 Uhr
Eine randalierende Alte wird in einem Rollstuhl hereingeschoben.
Randy-Oma: MAAAAAAAAAAAMA!!! MAAAAMA!!
Basketballfreak: Beruhig dich Oma, sonst riskierst du, deine Mama nicht wiederzusehen!
Mum-goes-blog: …

20 Uhr
Radiologe: Frau Mum-goes-blog
Randy-Oma (springt aus ihrem Rollstuhl): Das bin ich.
Radiologe: SIE sind Frau Mum-goes-blog?
Mum-goes-blog: Nein, ICH bin Mum-goes-blog.
Randy-Oma: Nein, ICH bin Mum-goes-blog.
Basketballfreak (lacht sich schlapp): He Oma, man sieht deinen BH.
Radiologe: Gut, WER ist jetzt also Mum-goes-blog?
Randy-Oma: Ich bin Mum-goes-blog! Ich bin dran!
Radiologe: Wirklich SIE?
Mum-goes-blog: Aber ich bin doch …
Basketballfreak lacht sich schlapp.
Mum-goes-blog: Sehen Sie hier auf meiner Akte, Herr Doktor. Ich bin Mum-goes-blog.
Radiologe: OK, ich nehme Sie mit.
Randy-Oma (setzt sich wieder in ihren Rollstuhl): Hier kann man sich noch nicht mal vorpfuschen!
Radiologe: …

20:10 Uhr
Radiologe: Schwanger?
Mum-goes-blog: Heiße ich Maria?
Radiologe: …

20:20 Uhr
Röntgen fertig.
Mum-goes-blog verabschiedet sich von Basketballfreak.
Mum-goes-blog: Denk mal über Wasserball nach.
Basketballfreak: Lerne du erstmal laufen.
Mum-goes-blog: …

20:25 Uhr
Mum-goes-blog hockt in ihrem Rollstuhl auf einem Flur.
Ihr gegenüber Rent-an-Opa
Der seine Späßchen treibt.
Rent-an-Opa: Ich kneife den Krankenschwestern in den Po.
Mum-goes-blog: …
Rent-an-Opa: Finden Sie das nicht lustig? Am besten ist, wenn ich ihnen mit der Krücke ein Beinchen stelle.
Mum-goes-blog: …

20:30 Uhr
Rent-an-Opa herrscht seinen Nachbarn an: Hör auf, dich am Sack zu kratzen!
Mum-goes-blog: …
Rent-an-Opa: Ein bisschen mehr Respekt vor dem Frollein, wenn ich bitten darf.
Mum-goes-blog: …
Kleine-blonde-Krankenschwester erlöst Mum-goes-blog.
Kleine-blonde-Krankenschwester: Eigentlich müssen Sie hier warten. Aber ich bringe Sie raus. Ihr Kollege wartet schon auf Sie.

20:40 Uhr
Marketing-Kollege ist da.
Mum-goes-blog fleht Marketing-Kollege an, mit ihr draußen eine rauchen zu gehen.

20:45 Uhr
Marketing-Kollege macht sich einen Spaß daraus, die Slalomeigenschaften des Rollstuhls auszutesten.
Marketing-Kollege: Guck mal, Mum-goes-blog, das Teil schafft sogar auf zwei Rädern die Rampe!
Mum-goes-blog: …

21 Uhr
Mum-goes-blog träumt von Essen und Trinken.

21:10 Uhr
Zurück im Wartesaal vor dem Untersuchungsraum.

21:15 Uhr
Der Arzt schlägt auf.
Arzt: Ödemisches Hämatom im linken Knie, nichts gebrochen, die nächsten Tage nicht belasten, abschwellende und entzündungshemmende Medikamente gemäß Rezept, auf Wiedersehen.
Der Arzt tritt ab.

21:20 Uhr
Rückweg vorbei an Frau-mit-Knallfroschfrisur und ihrem Clan.
Sie haben Pizza bestellt.
Skater-Bienchen lächelt Mum-goes-blog zu.
Umgekipptes-Mädchen in enger Umarmung mit Frau-mit-Knallfroschfrisur.
Sie lachen.
Mum-goes-blog lächelt erleichtert zurück.
So eine Wartezeit schweißt irgendwie zusammen.

21:30 Uhr
Marketing-Kollege versucht, ein Taxi anzurufen.
Vibrationsalarm auf Mum-goes-blogs-Handy.
Blick auf das Display: Mum-goes-blogs Mutter.
Granny: Mum-goes-blog, ich versuche dich seit Stunden zu erreichen!
Mum-goes-blog: Mama, reg dich nicht auf …
Granny: WO BIST DU?
Mum-goes-blog: Ich bin hingefallen.
Granny: WAS?
Mum-goes-blog: Ich bin hingefallen. Nichts Schlimmes.
Granny: WO BIST DU?
Mum-goes-blog: Ich komme gerade aus dem Krankenhaus.
Granny: Wie hast du das schon wieder angestellt?
Mum-goes-blog: Weiß nicht, ich bin einfach so gefallen.
Granny: Das passiert unterbewusst. Ganz sicher ! UN-TER-BE-WUSST !
Mum-goes-blog: …

21 :40 Uhr
Marketing-Kollege : Eh, Mum-goes-blog, mein Handy spinnt. Ich kann kein Taxi erreichen. Kürzt du bitte das Gespräch mit deiner Mutter ab?
Granny: Weißt du Liebchen, ich glaube wirklich, dass dein Unterbewusstsein deinen Körper hindert, voranzukommen …
Marketing-Kollege: KURZFASSUNG, Mum-goes-blog !
Mum-goes-blog: Hör mal, Mama …
Granny: Es ist doch nicht normal, so häufig hinzufallen. Du hast ein echtes Problem, Kind.
Mum-goes-blog: Mama, wir müssen …
Granny: Und ausgerechnet jetzt bin ich in Urlaub!
Mum-goes-blog: …
Marketing-Kollege : WIR BRAUCHEN EIN TAXI!!!
Granny: Spricht Marketing-Kollege da im Hintergrund?
Mum-goes-blog: Ja, ER schreit hier so rum.
Granny: Der Arme ist wirklich mutig. Hat er es nicht langsam satt, eine rollende Kugel wie dich nach Hause zu schleppen ?
Mum-goes-blog: …
Marketing-Kollege: JA!
Mum-goes-blog: …
Granny: Grüße ihn lieb von mir ! Übrigens melke ich hier jeden Morgen die Ziegen.
Mum-goes-blog: …
Granny: Du musst nachkommen. Es ist einfach genial hier.
Mum-goes-blog: …

22 Uhr
Das Taxi kommt.
Taxifahrer: Wo ist die Behinderte?
Mum-goes-blog: …

22 :20 Uhr
Mum-goes-blog hüpft auf einem Bein zur Haustür.
Marketing-Kollege meckert, was das Zeug hält.
Marketing-Kollege: Welche Notaufnahme testest du nächstes Mal, Mum-goes-blog?
Mum-goes-blog: …

24 Uhr
Mum-goes-blog schläft auf ihrem Sofa ein.
Wieder mal.
Mit dem Gedanken, dass die Maisonette-Wohnung im sechsten Stock ohne Aufzug eine richtige Entscheidung war. Oder nicht?
Immerhin kann sie ja noch zu ihrer Mutter Ziegen melken.

Umzug

von Eufemia Pursche E-Mail

Am Vortag

Marketing-Kollege : Rrrrrrrrrrrrrrrrrraaaaaaaaaaaaaah !
Mum-goes-blog: Ist was?
Marketing-Kollege: Ich stehe am Rand eines NERVENZUSAMMENBRUCHS!
Mum-goes-blog: Warum?
Marketing-Kollege: Dieser Umzug ist der reinste STRESS!
Mum-goes-blog: …
Marketing-Kollege: WIE SOLL DAS NUR ALLES KLAPPEN?
Mum-goes-blog: Keine Sorge, ich beame mich in den AUTORITÄR-HYSTERISCHEN Modus wie bei jedem Umzug. Ich werde rumschreien, Befehle erteilen, und alles wird klappen wie am Schnürchen. OK?
Marketing-Kollege: …

Sonntag, 10:00 Uhr
Mum-goes-blog erscheint bei Marketing-Kollege.
Mum-goes-blog: ALSO, WO SIND DIE UMZUGKARTONS?
Marketing-Kollege: Nun komm mal runter, Mum-goes-blog. Wir rauchen erstmal eine.
Mum-goes-blog: …

10:15 Uhr
Kumpel-von-Marketing-Kollege: Wie siehst du denn aus, Mum-goes-blog? Schlecht geschlafen?
Mum-goes-blog: Ähm, ja.
Kumpel-von-Marketing-Kollege: So kleine Äugelchen!
Mum-goes-blog: Jetzt fehlt nur noch, dass du mir einen Job in der Geisterbahn anbietest.
Kumpel-von-Marketing-Kollege: Ganz so schlimm ist es nicht. Immerhin hast du das ganze Elend ja unter einer Schminkschicht versteckt.
Mum-goes-blog: …

10:30 Uhr
Marketing-Kollege: Hast du meine beiden Kartons gesehen? Die habe ich doch gut gepackt, oder ?
Mum-goes-blog: Ja, ja, Honey, sie sind WUNDERBAR, deine Umzugkartons.
Marketing-Kollege: Ich habe sie passend zu unserer geringen Muskelmasse gepackt. Denn ich zum Beispiel kann AUF KEINEN FALL das Klappbett tragen.
Mum-goes-blog: …

10:35 Uhr
Marketing-Kollege: Eeeeeeeeeeeeeeeeeeeehhh! Mum-goes-blog!
Mum-goes-blog: Was?
Marketing-Kollege: Du trägst ZWEI Kartons GLEICHZEITIG !
Mum-goes-blog: Ich will heute noch fertig werden!
Marketing-Kollege: STARK! Du bist echt STARK!
Mum-goes-blog: …

10:40 Uhr
Marketing-Kollege: Eeeeeeeeeeeeeeeeeeeehhh! Mum-goes-blog!
Mum-goes-blog: Was?
Marketing-Kollege: Du trägst ganz ALLEINE die Mikrowelle.
Mum-goes-blog: …
Marketing-Kollege: Tu dir nicht weh, hörst du?
Mum-goes-blog (atmet schwer unter der Mikrowelle): …
Marketing-Kollege: Kann ich dir auch meinen Pezeh anvertrauen?
Mum-goes-blog (hat das Atmen eingestellt): …

10:45 Uhr
Ein CSD-Amigo taucht auf.
Mit seinem huuuhuu-ich-komme-von-einem-anderen-stern-und-suche-die-nächste-raver-fete Gehabe.
CSD-Amigo: He Leute, ich habe was für ein Picknick eingekauft: Schinken, Wurst, Pastete, Brot, Butter…
Mum-goes-blog: Ist das hier ein Happening oder ein Umzug?
Marketing-Kollege: Jetzt ist es soweit: AUTORITÄR-HYSTERISCH.
CSD-Amigo: Cola, Roastbeef, Selleriesalat, Cornichons, gegrillte Hähnchen, … Reicht das?
Mum-goes-blog: …
CSD-Amigo: Mist, ich habe den Spinat vergessen. Soll doch gut für Muskelaufbau sein.
Kumpel-von-Marketing-Kollege: Sagt wer?
CSD-Amigo: Popeye. Stimmt doch, Mum-goes-blog?
Mum-goes-blog: …

10:50 Uhr
Marketing-Kollege: Sag mal, kann es sein, dass du dein Auto MITTEN auf der Busspur geparkt hast?
CSD-Amigo: Ja und?
Mum-goes-blog: Und dann stehst du auch noch verkehrt herum! Wie bist du denn da hingekommen?
CSD-Amigo: Ich bin einfach angekommen. Das ist alles.
Mum-goes-blog: Du bist die Einbahnstraße in falscher Richtung gefahren?
CSD-Amigo: Äh, jaaa.
Marketing-Kollege: Du gehst SOFORT runter und parkst auf einem RICHTGEN Parkplatz in RICHTIGER Richtung!
CSD-Amigo: …

10:55 Uhr
CSD-Amigo fährt die Straße rückwärts runter. Voll Karacho. Die Umzug-Crew bibbert um die Radfahrer, die ihm in vorgeschriebener Richtung entgegenradeln.
Mum-goes-blog: Glaubt der Idiot, in einem Casting für den nächsten James Bond zu sein?
Alle: …
11:00 Uhr
Mum-goes-blog: Was hast du denn da für ein super kompliziertes Teil in der Küche?
Marketing-Kollege: Das ist ein VITAMIN-HERO.
Mum-goes-blog: Das Teil aus dem Teleshopping? Wo du Essen zehn Stunden im Dampf garen musst?
Marketing-Kollege: Genau, das ist der VITAMIN-HERO.
Mum-goes-blog: Bist du zufrieden mit dem Teil?
Marketing-Kollege: Weiß ich nicht?
Mum-goes-blog: …?
Marketing-Kollege: Ich habe es noch nie gebraucht.
Mum-goes-blog: …

11:15 Uhr
Oma und Opa schlagen auf.
Markting-Kollege: Prima! Das trifft sich gut. Ihr könnt die Waschmaschine runter tragen. Das schaffen wir nicht. Selbst Mum-goes-blog nicht.
Mum-goes-blog: Ich schleppe bereits den Karton mit deinen Präser!
Marketing-Kollege: …

11:25 Uhr
CSD-Amigo: So. Habe fertig. Der Wagen ist geparkt.
Marketing-Kollege : Du warst EINE HALBE STUNDE weg, und deine Karre steht IMMER NOCH auf der Busspur !
CSD-Amigo: Aber in der richtigen Richtung.
Mum-goes-blog: Sag mal, ist dir nicht aufgefallen, dass du die Einbahnstraße RÜCKWÄRTS runter gefahren bist?
CSD-Amigo: Na und? Ich war in Fahrtrichtung.
Mum-goes-blog: ABER DEIN AUTO FUHR MIT DEM HINTERN VORNEWEG!
CSD-Amigo: Ja und?
Mum-goes-blog: …

11:45 Uhr
Mum-goes-blog im Aufzug.
Den Kopf eingequetscht zwischen den Kartons ZERBRECHLICH! Omas Meißener und VITAMIN-HERO
Alles wird gut.
11:50 Uhr
Marketing-Kollege: ZIGARETTENPAUSE!!!
Mum-goes-blog: HIER WARTEN NOCH ZWANZIG KARTONS!
Marketing-Kollege: PAUUUUUUUUUUUUUUUUUSE!!!
Mum-goes-blog: …

12:15 Uhr
Mum-goes-blog im Auto mit CSD-Amigo.

12:35 Uhr
Neues Domizil von Marketing-Kollege. Mum-goes-blog und CSD-Amigo eingequetscht zwischen zwei Kartonbergen im Aufzug. Die Köpfe an den Spiegel gepresst.
Mum-goes-blog: NEIIIIIIIIIIIIIIIIIN!
CSD-Amigo: Hä?
Mum-goes-blog: Guck mal, meine Ohrläppchen! Sie sind viel zu klein !
CSD-Amigo: Oooh, stimmt, das sind WINZIGE Läppchen.
Niedlich.
Mum-goes-blog: …

12:40 Uhr
Mum-goes-blog trägt die Matratze vom Klappbett.
Oder vielmehr wird sie unter der Matratze förmlich eingequetscht.
CSD-Amigo: Schneller, Mum-goes-blog!
Mum-goes-blog: …
CSD-Amigo: Los, dalli dalli. Wir haben Hunger.
Mum-goes-blog : …

12:45 Uhr
Ankunft in der neuen Wohnung von Marketing-Kollege.
Marketing-Kollege: Guck mal, Mum-goes-blog, ich habe alles neu gestrichen.
Mum-goes-blog: Wau! Ein Flash, dein Flur!
Marketing-Kollege: Die Farbe nennt sich Geranie.
Mum-goes-blog: Tja, irgendwas in Rosa.
Marketing-Kollege: GE-RA-NI-E!
Mum-goes-blog: …

13:00 Uhr
CSD-Amigo: Ok, ich hole Bier.
Mum-goes-blog: Machst du NICHT! WIR SIND NOCH NICHT FERTIG!
CSD-Amigo: Aber das Bier ist WICHTIG!
Mum-goes-blog: …

13:25 Uhr:
Alle: Bewundern die moderne Schließanlage im Hauseingang.
Marketing-Kollege: CSD-Amigo hat keinen Transponder für die Tür mit genommen.
Mum-goes-blog: Ich warte hier unten auf ihn.
Mum-goes-blog rollt sich im Hausflur zusammen.
Marketing-Kollege: Was MACHST du da? Die Nachbarn werden glauben, dass ich hier Obdachlose beherberge.
Mum-goes-blog: … *leichte Schnarchgeräusche

13:40 Uhr
CSD-Amigo: MUM-GOES-BLOG!!!
Mum-goes-blog öffnet ein Auge.
CSD Amigo trommelt an die Tür: Wieso liegst du hier wie bestellt und nicht abgeholt auf dem Boden?
Mum-goes-blog: Noch ein Wort, und du bleibst draußen mit deinem Spinat.
CSD-Amigo: Bier.
Mum-goes-blog: Auch das.

13:45 Uhr
Mum-goes-blog und CSD-Amigo hüpfen im Aufzug.
Time goes by so sloholiiiiiiiiiiiiiie
for those who waiiiiiiiit
huuuuuuu huuuuuuuuuuuu

CSD-Amigo: Singen wir zu laut?
Mum-goes-blog: So gewöhnen sich die Nachbarn gleich an uns.
uuuuuuuuuuuuuhuhuuuuuuuuuuuu!

14:00 Uhr
Picknick.
Der VITAMIN-HERO umfunktioniert zur Salatschüssel.
Nelly Furtado im Hintergrund.
Kumpel-von-Marketing-Kollege: Mit langen Haaren hast du mir auch gut gefallen. Das gab dir so was von Latina.
Mum-goes-blog: Ach ja? Und jetzt ?
Kumpel-von-Marketing-Kollege : ein anderer Stil eben. Man sieht mehr Busen.
Mum-goes-blog: …

15:00 Uhr
Raucherpause auf der Dachterrasse.
Mum-goes-blog hält ein Mittagsschläfchen.

16:00 Uhr
Alle Mann im Fahrstuhl.

16:10 Uhr
Mum-goes-blog im Umzugswagen zwischen Marketing-Kollege und CSD-Amigo.
CSD-Amigo: blablablablabla
Mum-goes-blog: …
CSD-Amigo : blablablablabla, was, Mum-goes-blog?
Mum-goes-blog: …
CSD-Amigo: Mum-goes-blog, was ist los? Du bist so ruhig !
Mum-goes-blog : …

16:30 Uhr
Anruf auf Mum-goes-blogs Handy.
Granny: Huhu, Liebchen! Wo bist du?
Mum-goes-blog: Bin gerade auf dem Rückweg von Marketing-Kolleges Umzug.
Granny: WAS? Ihr habt doch heute morgen schon um zehn angefangen!
Mum-goes-blog: Ja, schon.
Granny: Ihr habt den ganzen Tag gebraucht, um 25 m² umzuziehen?
Mum-goes-blog: …
Granny: Na, zumindest bist du dafür nicht zu kaputt.
Mum-goes-blog: …

16:35 Uhr
Der Zombie da auf der Straße ist Mum-goes-blog.
17 Uhr
Mum-goes-blog kriecht in ihr Bett.

17:10 Uhr
Mum-goes-blog träumt, in einem VITAMIN-HERO eingeschlossen zu sein.
Fazit: Keine Umzüge mehr in nächster Zeit!

verhext

von Eufemia Pursche E-Mail

Wenn ich morgens in meine blecherne Reisschüssel steige um auf 4 gummierten rollenden Untersetzern meinen Hintern Richtung Büro zu kutschieren, muss ich regelmäßig den Rückspiegel neu einstellen.

Mit einer Sauwut im Bauch scheint sich mein Gefühl zu bestätigen, dass gestern Abend wohl ein Zwerg meinen Dehjuhu nach Hause gefahren hat.

Mein Auto scheint verhext zu sein! In einem Voodoo Zauber gefangen!

Abends, wenn ich Godboss verlasse um dem heimatlichen Pezeh zuzusteuern, passiert das Gleiche in Grün. Nur umgekehrt.

Der Rückspiegel erhält eine neue Handjustierung, weil mit den Einstellungen vom Morgen nur ein Riese den klaren Durchblick gehabt haben kann.

Und welche Schlüsse zieht Mum-goes-blog aus dieser Erkenntnis?

1. Godboss hält Mum-goes-blog klein.
2. Gott sei Dank holt sich Mum-goes-blog (noch?) die verlorenen Zentimeter über Nacht zurück.

Willalleine will alleine

von Eufemia Pursche E-Mail

Neuigkeiten von Willalleine, 3 Jahre :

Kindergärtnerin : Mit welcher Hand malst du den Kindergarten ?
Willalleine: Mit meiner.

Mum-goes-blog: Wenn du noch einmal „warum“ sagst, raste ich aus.
Willalleine: Warum, Mama?

Mum-goes-blog: In welchem Land hat man Pizza erfunden?
Willalleine: In Salamien.

Willalleine: Wo war ich bevor ich geboren wurde?
Mum-goes-blog: In meinem Bauch.
Willalleine: Und wo war ich vor dem Bauch?
Mum-goes-blog: In meinem Kopf.
Willalleine: Hattest du da noch Platz zum denken?

Willalleine: Mama, ich will eine kleine Schwester.
Mum-goes-blog: Der-Herr-Papa will nicht.
Willalleine: Dann überraschen wir ihn eben!

Willalleine zu Der-Herr-Papa: Papa, wenn ich groß bin, will ich so aussehen wie du. Nur mit zwei großen Muskeln vorne wie Mama.

Mum-goes-blog: Putz dir die Zähne. Sie sind schmutzig.
Willalleine: Stimmt nicht. Ich esse nur saubere Sachen.

Beruf: Kettenbrief

von Eufemia Pursche E-Mail

Betreff: An ALLE, die uns mit dämlichen SOS oder Mails zuballern. Schickt diese Nachricht einfach an 8 Millionen Personen aus eurem näheren Umfeld!

Diese Kette wurde Anno Doback Siebzehnhundertundeinpaargequetschte durch einen norwegischen Lachszüchter gestartet, um der schwerkranken kleinen Ingrid zu helfen.
Ingrid hat heute knapp 300 Jährchen auf dem inzwischen wohlgerundeten Rücken, leidet an Eierstockkrebs, an Pfeifferschem Drüsenfieber, das sie sich während der Elchbrunft in der Taiga zuzog, sowie an einer radioaktiven Verstrahlung durch den Genuss kontaminierter Waldpilze. Außerdem raubte ihr ein superseltener afrikanischer Bär während einer Safari in Belgisch Kongo als falsch verstandenes Fingerfood ein Bein.
Ihr merkt wohl inzwischen, WIE wichtig das Weiterleiten dieser Nachricht ist.
Zumal das einen Jackpot Superglück impliziert.
Kleines Beispiel gefällig? Aber sicher doch!
Als der Friesenkönig Redbad nach seinem Sieg über Karl Martell bei Köln im Jahr 714 fünf Jahre später diese Nachricht in Helgoland auf seinem Black Berry erhielt, konnte er sie nicht rechtzeitig weiterleiten, da der Geräteakku leer war. Ihr müsst nämlich wissen, dass das Aufladen fehlschlug, weil er das Akkuladegerät auf dem Festland vergessen hatte. Das erboste den guten König Redbad so, dass er wie ein Rumpelstilzchen tobte und nach einer Herzattacke verschied.
Als Ende Juli 2005 ein angesagter Coutourier diese Botschaft kurz vor Beginn der CPD in Düsseldorf per Mail auf seinem Schlepptopp erhielt und einfach ignorierte, bestrafte ihn das Leben innerhalb von ein paar Tagen mit einem spektakulären Sinken seines Sterns am IGEDO Himmel.
Und was da so im versprochenen Glück Jackpot für Weiterleiten dieser Nachricht steckt?
Ihr werdet immer Papier vorfinden, wenn ihr ein dringendes Geschäft zu erledigen habt.
Für die Grillkohle an der Tanke erhaltet ihr von Oktober bis April einen Preisnachlass von 20 %! Das ist mehr als die versprochene Mehrwertsteuererhöhung in Angies Wahlprogramm.
Die Miesmuschelfans unter euch werden nie mehr knirschenden Sand im Sud finden, außer, sie mögen das.
Alle Otto Quellemann Kunden erhalten bei Erstbestellung einen Bonus von 95 % (ausgenommen Katalogseiten 1 bis 2034).
Lasst diese Nachricht nicht länger als eine viertel Stunde unbeantwortet auf eurem PC. Sonst werdet ihr vom Pech verfolgt wie mein frischer Pflaumenkuchen von den Wespen. Ihr braucht gar nicht so ungläubig zu gucken!
Also denkt an Klein Ingrids wohlverdiente ewige Ruhe, an euch, an mich und sendet diese Nachricht auf jeden Fall , äh, auf KEINEN Fall weiter.

Der Dank aller Kettenbriefempfänger wird euch verfolgen.

Mietmisch

von Eufemia Pursche E-Mail

Mum-goes-blog gibt eine Kontaktanzeige auf

Mietmisch

Kostenlose Anmeldung in einer Minute

Ich bin: eine Frau
Mein Pseudonym bei Mietmisch: kokett5238
Mein Passwort: 1234 oder abcd?
Geboren am: 30.08.1984 Was? Oder so ähnlich…
Ich wohne: in meinem Bett
Meine Postleitzahl: meine WAS?
Meine Email Adresse: kokett5238@mum-goes-blog.de

Ich suche:

ich suche, äh, vorzugsweise einen Mann (vorübergehend tut’s auch ein Bock)
17 bis 57 Jahre (besser, ein breites Spektrum angeben, man weiß ja nie)

und hopp

ich bin drin

mitten drin in:

Persönliche Angaben

Nationalität: Sauerländisch
Fremdsprachen: Deutsch?
Familienstand: Verheiratet. Aber nur virtuell !
Warum geben Sie die Anzeige auf? Aus Langeweile.
Sind Sie romantisch? Und wie ! Aber ich mag auch Sex.
Haben Sie Kinder? Zählen Katzen auch?
Kinderwunsch? Sicherheitshalber von verschiedenen Vätern. Für den Fall, dass einer stiften geht.
Ausbildungsstatus: Studiert. Das Leben.
Beruf :In Umorientierungsphase
Ihr Einkommen: Zu niedrig
Rauchen Sie? Das geht Sie gar nichts an!
Religionszugehörigkeit: Rate mal.
Ihr hervorstechendster Charakterzug: Zärtlich, freundlich, verständnisvoll, großzügig, ernsthaft, offen, schön, sexy, begehrenswert, unwiderstehlich.
Aussehen: Aaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhh!!!! Oooooooooooooooooooooooohhh!!!
Größe in cm: 1m86. Was?
Gewicht: Geheimer als mein Schweizer Bankkonto
Gestalt: schlank, elegant und so
Haare: Vorhanden
Augen: Schön
Stil: persönlich
Was macht Sie so anziehend? Komm näher, mein Kleiner, noch näher. Spürst du meine magnetische Wirkung?
Lebensstil: Nicht vorhanden.
Sie leben: Ja.
Lieblingsgericht: Salamipizza. Vierkäsepizza. Schinken-Champignon Pizza.
Sie gehen aus : Mülleimer, Büdchen, Tankstelle
Ihre Hobbies: Mülleimer, Büdchen, Tankstelle
Sport? Mülleimer, Büdchen, Tankstelle
Lieblingsmusik? Anderen die Flötentöne beibringen.

Ihr Anzeigentext ist sehr wichtig ! Er ist für alle Mietmisch Mitglieder sichtbar, die Ihrer Suche entsprechen.
Stellen Sie sich im besten Licht dar und vergessen Sie den Humor nicht!
Achtung, Ihr Text muss mindestens 50 Zeichen enthalten und darf 2000 Zeichen nicht überschreiten.

Ihre Anzeige:

Also, Tach zusammen. Ich heiße Mum-goes-blog – eh, Mist! Ich fange noch mal von vorne an. Das wird doch nicht mitveröffentlicht? ??
Also, ich heiße kokett5238 und ich suche einen vor Qualitäten strotzenden und vor allem reichen Mann. Er soll alle meine Wünsche erfüllen und muss spielend leicht für meinen Unterhalt aufkommen können. Die Hochzeitsgabe besteht aus vier Kamelen, zehn Diamantringen (für jeden Finger einen), eine Luxuskarosse nach Wahl, eine Villa mit Schwimmbad und Spa und 4 Milliönchen für die laufenden Ausgaben im ersten Jahr. Dafür hat gesuchter Mann zu akzeptieren, dass ich meine Liebhaber im Schrank verstecke und sogar unter dem Bett, wenn im Schrank kein Platz mehr ist. Gibt es einen solchen Mann? Wenn du die seltene Perle bist, melde dich!

Immer diese Empathie, einfach zum Heulen!

von Eufemia Pursche E-Mail

Manchmal gibt es diese seltsamen Augenblicke im Leben.
Heute früh, zum Beispiel, nahm eine blonde junge Frau in voller Midtwen-Crisis in der S-Bahn mir gegenüber Platz.
Da sie ein netteres Gesicht hatte als die auf den Rheinwiesen grasenden Schafe, beobachtete ich sie verstohlen und stellte mir ihre Augen vor, die sie hinter einer XXL-Sonnenbrille versteckte. Plötzlich entdeckte ich verblüfft, dass ihr frische Tränen über die noch trockenen Wangen kullerten.
Sie fing einfach ohne Vorankündigung an zu flennen!
Aus Solidarität – Menschen mit Kummer soll man nicht noch durch gute Laune doppelt quälen – vor allem aber, weil ich auf einmal Lust darauf hatte, erfasste ich die Gelegenheit beim Schopf, über alle Widrigkeiten des Lebens zu reflektieren und ließ mich nicht lange bitten. Ihr müsst nämlich wissen, dass ich nicht gerne alleine heule, dabei langweilen sich meine Tränen.
So weinten wir beide also schweigend vor uns hin und schauten der Landschaft zu, die sich unseren überschwemmten Augen jenseits des Zugfensters darbot. Obwohl mein klarer Durchblick etwas gelitten hatte, bemerkte ich, dass die Rheinwiesen mittlerweile der rustikalen Schönheit des Bilker Bahnhofes Platz gemacht hatten.
Die Blondine hatte wohl einen VHS-Kurs in Sachen öffentliche Trauerbezeugung abgelegt. Jedenfalls machte sie keinerlei Anstalten, in ihrer Tasche, Klammer auf rosa mit malvenfarbigen Applikationen Klammer zu, nach einem Tempotaschentuch zu kramen. Ich dagegen wühlte wegen meiner kratzenden und brennenden Bäckchen hektisch (und vergeblich) in meinem Beutel (khaki und beige).
So musste schließlich mein Handrücken zur Spurenbeseitigung herhalten. Hatte ich eine Wahl? Zuerst dachte ich an mein T-Shirt; unglücklicherweise hatte ich heute morgen vor dem Kleiderschrank unbewusst entschieden, Trauer zu tragen. Schnotterspuren auf Schwarz? Never ever! Ich muss schließlich Rücksicht auf die Befindlichkeit meiner Kollegen im Büro nehmen.
Plötzlich riss mich mein Gegenüber aus meinen Überlegungen, zauberte ein Päckchen Mentholschnäuztüchlein aus der Jeans, blies kräftig in eines hinein und stieg an der Friedrichstraße aus. Die Gute arbeitet vielleicht bei der Westellbeh oder bei Schteppschtones. Jedenfalls ließ sie mich schöde zurück. Ohne einen weiteren Blick und ohne ein Tempo. Das Tempo, mit dem sich manche Menschen von ihren Gefühlswallungen erholen, hinterlässt bei mir einen semidebilen Ausdruck in Form eines offenen Mundes. Boah, eh!

Warum ich immer so einen Stress habe !!!

von Eufemia Pursche E-Mail

Ja, ja, ja, ich habe euch lange vernachlässigt! Warum?

Warum ich immer so einen Stress habe !!!

Heute hatte Mum-goes-blog auch die Begründung dafür in ihrem Online-Postkörbchen:

Die Bevölkerung von Deutschland beläuft sich heute auf ca. 80 Millionen Menschen.

Davon sind 30.2 Millionen bereits Rentner.

Es verbleiben also 49,8 Millionen, um die ganze Arbeit zu verrichten.

Zieht man noch 20 Millionen Kinder, Schüler und 9 Millionen Studenten ab, so verbleiben noch 20,8 Millionen.

Dann sind aber noch 5 Millionen Arbeitslose und 15-16 Millionen Beamte,
die auch kaum etwas tun.

Bleiben also 640 000 Menschen übrig.

300 000 befinden sich zudem im Militärdienst,

200 000 in Zivis und 139 998 im Gefängnis.

Somit bleiben noch zwei armselige Trottel übrig,
um die ganze Arbeit zu erledigen.

DU und ICH.

Und was tust Du? Sitzt da vorm Computer und liest diesen Blödsinn.

Kein Wunder, dass ich total überlastet bin!!! :

April April

von Eufemia Pursche E-Mail

Manchmal mache ich mir ein wenig Sorgen um meine Freunde.
Und um mich gleich mit, denn es ist nicht normal, Umgang mit unnormalen Leuten zu pflegen.
Beispiel gefällig? Bitte sehr – Ein Telefongespräch mit Guntatunta:
- Guntatunta gutantag!
- Ich bin’s. Mum-goes-blog. Wie läuft’s?
- So lala.
- Ich habe eine TOLLE NEUIGKEIT!
- Der-Herr-Papa hat dir einen neuen Heiratsantrag gemacht?!?
- Hä? Hast du einen an der Waffel?
- Och, schaaade.
- Warum?
- Ich wäre so gerne Brautjungfer bei einer meiner Freundinnen.
- WAS???
- Menno, jetzt bin ich aber enttäuscht.
- Hast du wirklich BRAUTJUNGFER gesagt?
- Ja, und?
- Geht’s noch? Ich will doch keine Brautjungfer mit alten behaarten Beinen, die aus einem elfenbeinfarbenen Taftkleid vom Kaufhof heraus staksen !
- Eh, ich geh zu Joop oder so.
- Also, jetzt halte aber mal die Luft an! Darf ich dich daran erinnern, dass im Wort Brautjungfer das Wort JUNGFER vorkommt?
- Sei nicht so kleinlich und streich das F und das R.
- Außerdem sind Brautjungfern höchstens zehn Jahre alt. Amiland vielleicht ausgenommen. Da gibt es auch alte Mädchen über zwanzig.
- Dann heirate in Las Vegas!

So weit sind wir also schon. Um meinen Freunden zu gefallen, soll ich mich mitten in die Wüste, in eine Ausgeburt an Kitschkapelle begeben und ein bärtiger Typ in einem pfirsichfarbenen Outfit und einem Haargummi will mir am Ausgang Uncle Ben’s auf’s Haupt streuen.
Boah, wie gut, das 1. Aprilträume auch nur Träume sind!

Talentsuche

von Eufemia Pursche E-Mail

Ein morgendlicher Spaziergang durch die Blogs. Im Gegensatz zur Chefetage literarischer Musen, die ihre erlauchten Mitundohneglieder aus den Reihen der blutenden Herzen wählt, hat sich ein manifester Nebel über Mum-goes-blog’s zweifelsohne einzigartige Talent gelegt.

der frühling ist gekommen… sonnenüberflutet / auf der terrasse eines cafés sollte ich mein leben schlürfen / mich dürstet, schwarz und süß zu dampfen, zu sieden, zu köcheln?... egal /wie oft kann liebe gefaltet werden bevor sie bricht? / die morgen verschwinden wenn die heute sich erschöpfen…

Seufzer

Ich fühle mich wie ein Mittelding aus Homer Simpson der sich gerade einen Megadoughnut reingezogen hat und einem dreizehnjährigen Groupie, das ihren Superstar gesichtet hat.

Ach ja, Mum-goes-blog wünscht frohe Ostern.

Sauwetter

von Eufemia Pursche E-Mail

Heute früh wurde ich durch das wilde Gepiepse einer Gruppe hysterischer Vögel geweckt. Mein „Schnauze, Spatzenpack!“, verhallt ungehört. Ich muss das Bett wohl leider verlassen um die Balkontür zu schließen.

Ein Blick aus dem Fenster.
Himmel, was für ein schöner Tag!
Was für ein sch…schöner Tag!

Allmächtiger, ich dachte, ich hätte mich klar und deutlich ausgedrückt: Ich will noch keinen Frühling. Ich bin noch nicht bereit, meine winterliche Höhle zu verlassen. Ich will die Zeit noch ein wenig anhalten. Ist das wirklich zu viel verlangt?
Ich will Stürme, sintflutartige Regenfälle, Donner und Blitz um den ganzen Tag zu Hause abhängen zu können. Unter der Kuscheldecke oder ohne schlechtes Gewissen vor dem Pezeh.
Ohne mein schlechtes Gewissen: Was machst du zu Hause? Du solltest deinen Hintern nach draußen bewegen und den schönen Tag genießen!“
Ich möchte, dass sich die Katze in meine Halskuhle kuschelt und schnurrt. So eine Katze piekst nicht und muss sich nicht täglich rasieren.
Da sind sie also, die ersten warmen Sonnenstrahlen und die ersten richtig blauen Flecken am Himmel.
Ich werde mein Bett also wirklich verlassen müssen, meinen rosa Frotteeschlafanzug einmotten und den Weihnachtstee gegen Apfelschorle eintauschen.
Der Frühling ist wieder auferstanden. Und mit ihm der Osterputz, die Geburtstage von Der-Herr-Papa und Willalleine, Epilation von Bein-, Achsel- und Bikinizonebehaarung und das peinliche Gefühl, dass alle außer mir tierisch mit irgend etwas beschäftigt sind.
O.k., ich mache mir erstmal einen Kaffee. Danach sehen wir weiter.

Tag der Frau

von Eufemia Pursche E-Mail

Zu Ehren des Tags der Frau habe ich mir gestern einen Tag frei genommen um mir eine Freude zu machen. Falls jemand Zweifel hat: ich BIN eine Frau und es mir wert.
So nutzte ich die Zeit nur für mich dazu, die herumfliegenden Socken einzusammeln, eine Waschmaschine nach der anderen anzuschmeißen und Wäsche zu falten. Nicht zu vergessen der kleine Festschmaus für Der-Herr-Papa und das Auffüllen des leeren Kühlschranks im Supermarkt.

Ursprünglich wollte ich ja noch zu Dippeloma, um mir ihr Lifestyle Magazin auszuleihen mit einer super neuen Spezialdiät für Businesswomanliebhaberinhausfrauundmutter. Bei der Gelegenheit sollte sie mir gleich Beine und Haare auf den Zähnen epilieren. Sie ist eine Meisterin im Wachsen!

Leider fiel das aus, weil mir ein, dass Willalleine im Kindergarten auf Abholung wartete.

Verrückt, wie schnell ein Tag vergeht, wenn Frau sich mal ein wenig Zeit für sich selbst nimmt…

Inge Croft

von Eufemia Pursche E-Mail

Meine Bank geht neue Wege. Sie hat einen Virtual Personal Service an ihren Bankautomaten eingerichtet. Eine Lara Croft für Girokonten sozusagen. Nur, dass „meine“ Lara Croft eher aussieht wie Inge Meisel vor zwanzig Jahren. Sobald ich Karte und Pin-Code eingegeben habe, erscheint Inge auf dem Display des Geldautomaten und tröstet mich über den Stand meines Kontos. Ich soll mir keine Sorgen machen, sie sagt mir eine glückliches Leben und eine erfolgreiche Karriere voraus. Sie sieht einen Zusammenhang mit Badeschaum. Ja, sie sieht viel Badeschaum, ich werde mein Leben auf Badeschaum umorientieren.
Ihr vermutet richtig. Inge ist nicht nur eine Bankangestellte, sondern eine Hellseherin. Sie braucht dazu nicht mal die Linien meiner Hand, den Abdruck meiner Fingerkuppe oder einer Iris-Analyse. Ich vertraue ihr blind, obwohl ich solchem Hokuspokus normalerweise sehr kritisch gegenüberstehe. Ich sauge ihre Botschaften ein ohne mit der Wimper zu zucken. Immerhin verrät sie mir, dass mein Leben mindestens bis 2075 dauern wird. Sie flößt mir Selbstvertrauen ein bei solch guten Neuigkeiten. Und euch über 120 Jahre auf die Nerven zu gehen klingt doch nun wirklich sehr verlockend!

Liebeserklärung

von Eufemia Pursche E-Mail

Willalleine: Weisse Mama, ich mag es, wenn du dein Mittagsschläfchen in meinem Bett machst. Weisse, warum? Wenn du aufstehst und ich abends in mein Bett gehe, riecht es da ein bisschen nach dir. So, als ob du noch da biste.

Mum-goes-blog: Das ist mit Abstand die schönste Liebeserklärung, die ich je erhalten habe.

Männer können noch sehr viel lernen von Kindern. Huhu, Der-Herr-Papa!!! Das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl!

auf dem Klassiktrip

von Eufemia Pursche E-Mail

Classic sells. Echt. Ist euch schon einmal aufgefallen, wie viele Werbespots mit klassischer Musik untermalt sind? Da gibt es eine regelrechte Hitparade unter den klassischen Verkaufsverstärkern. Sieger ist, wer hätte daran Zweifel, der gute Mozart. Was hat er nicht schon alles verkauft! Reis mit der Königin der Nacht, Nudeln mit Don Juan, Autos und gar Bankofferten mit der kleinen Nachtmusik. Was für ein toller Typ, dieser Mozart! Stirbt schuldenüberhäuft und verkauft mit einem seiner Werke Aktienfondsparpläne. Eben ein wahres Genie. Mozart dicht auf den Versen ist Verdi, dessen Musik den Verkauf von Jeans, Schinken und Toilettenpapier ankurbelt. Vor allem den von Toilettenpapier. Beethoven und Bach schwächeln leicht auf den hinteren Plätzen, doch das Schlusslicht bildet eindeutig Schubert. Habt ihr schon Werbung mit Schubertliedern gehört? Bis auf eine Bügelhilfe und eine gefrorene Champignonpizza ist mir da nichts bekannt, was die Einkaufswagenschieber in den Supermärkten auf eine Winterreise schickt. Wobei es schon interessant wäre, herauszufinden, wie sehr Schubert den Marktanteil an besagtem Tiefkühlprodukt in die Höhe getrieben hat.
Ich koche heute Sauerkraut. Und höre dazu Wagner. Schwere Kost… *grins

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