Rausch-Wortsetzung 96

von Eufemia Pursche E-Mail

Reflektionen eines Literaten, Éluard?

Aber sicher, Herr Professor Harr! Was gibt es Schöneres an einem verregneten Tag als die Banalitäten der Lektüre? Apollinaires Alcools beispielsweise oder Diderots La Religieuse während der Regen aus seinem grauen Himmel fällt, Langeweile, Herumwandern in Treppenhäusern... Habe ich schon erwähnt, dass ich Treppen liebe?

Mit Ihrer Literaturauswahl können Sie höchstens Cora beeindrucken, mein Bester. Ich stehe eher auf zeitgenössische Werke. Wie meine Mutter. Die faszinierende Unterhaltung mit meiner Mutter über den Zusammenhang zwischen meinen Mathematikarbeiten in der Schule vor über vier Jahrzehnten und Sätzen vom Typ "Das ist Jacke wie Hose."

Warum nicht? Ich hatte einige Worte im Kopf, nichts Probates; ich schrieb sie nicht auf. Einige wage Überlegungen beim Lesen, z.B. Wie-konnte-Proust-acht-Bände-auf-der-Suche-nach-der-verlorenen-Zeit-in-weniger-als-zehn-Jahren-schreiben-??? Ich hatte zwar auch einen hohen lyrischen Auswurf, aber diese Leistung wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Ich kenne Niemanden, der das auch gelesen hat, Paul.

Kurz und gut: der Tag ging zu Ende wie er angefangen hatte. Etwas lesen und viele mentale Wirrungen. Erwarten Sie nun bitte keinen Vortrag über die Absurdität meines Seins...