Rausch-Wortsetzung 93

von Eufemia Pursche E-Mail

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Ein ungeborenes Flüstern. Alles begann mit einem Flüstern, dem es nicht gelang, in die Nacht zu gleiten. Hinter uns verflüchtigten sich die dunklen Wolken in Sternbildfetzen und gebaren die ersten Schimmer der Agonie. Ein Säuseln nur. Wir waren einander so nah in dieser Nacht und trotzdem Lichtjahre entfernt. Wie eine Vereinigung von Gestirnen, ein perverser optischer Effekt. Ein trügerischer Schein. Wir hatten einander zu sehr erwartet. Eine Wolke zog vorbei, dann eine zweite, dann ein Tag, zwei, Monate, Jahre, eine Kette aus Ewigkeiten.
Ein Murmeln. Unsere ganze Geschichte lässt sich zusammenfassen in einem Murmeln, das nie existierte.

Zunächst bemerkte ich deine Erinnerungslücken nicht. Vor nicht allzu langer Zeit lächelten wir uns noch zu. Ich hoffte auf unzählige weitere Blicke deiner aufleuchtenden Iris. Oder zumindest dann und wann Überschneidungen unserer Existenz. Oder auf ein folgenloses Wort. Ich irrte. Das Spiel war nicht mehr wert als die getrockneten Wachstropfen am Fuß des Kerzenständers.

Versunken unter deinem Stimmengewirr, gefangen in deinen Latenzen. Befreit bliebe mir noch die Asche.