Rausch-Wortsetzung 91

von Eufemia Pursche E-Mail

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Gereimte Enden, Springbrunnen geregelter Redeflüsse, Refrains, Klangkrümel, Silbenranken. Die Zeit lehrte, uns mit wenigem zu begnügen. Ende der üppigen Festgelage. Ich wusste, wartete im Leuchtturm. Ich wusste, ein Wort-U-Boot würde die Eisschollen durchbrechen. Ich wartete; du bist da. Das Eis barst wie eine Windschutzscheibe. Der schwarzen Faust folgte der massige Körper einer Kathedrale. Gestohlene Glocken in den Seiten, der Platz ist besetzt, Paul Éluard umgeben von seiner Architextur. Aufstrebende Worte, im Flug gruppierte Schwärme, solide Syntaxmassen, rhythmisches Volumen an den Tresen des Himmels gelehnt. Wortbohrung, geflohene Gezeiten, mentaler Schatz auf verbalem Sockel.

Deine Soziologen und Psychologen harren auf verlorenem Posten im Konsonantenhagel von Eingeweidelauten, die jeglicher theoretisierenden Linguistik widerstehen. Zwischen Ruinengeheimnissen stellst du die Putten wieder auf ihren Platz. Nichts Fossiles, Lieder übertönen außerirdische Laute, schleudern Notenschlüsseltinte an Fenster, hängen Träume auf die Hirnwäscheleine der Erinnerung. Geflutete Wadis umspülen deine gebundenen Verse. Archaisch, folglich aus der Zukunft verrätselte Corasmen. Dechiffrieren immer am Tag nach heute.