Pyjamaparty

von Eufemia Pursche E-Mail

Ich (genervt am Telefon): „Mensch Mama! Wenn ich dir doch sage, dass es mir gut geht! Hör endlich auf, dir dauernd Sorgen zu machen!“
Meine Mutter: „Du bist so was von naiv, Merle! Wie kann es dir gut gehen, mit einem Chef, der dich mobbt, ohne Mann und mit zwei Mündern, die du zu stopfen hast?“
Ich (genieße es, wenn meine Mutter mich aufrichtet indem sie mir die positiven Seiten meines Lebens unter die Nase reibt): „Maaaaaaaaaama, jetzt mache aber mal einen Punkt. Mein Chef hat mich nur einmal genervt und nie wieder (warum habe ich ihr überhaupt nur davon erzählt?). Außerdem will ich mir ja sowieso einen neuen Job suchen. Eine Arbeit, die auf alle Fälle besser bezahlt ist als mein Babysitter … Was den fehlenden Ehemann angeht, der ist derzeit nicht mein Hauptproblem.“
Meine Mutter (panisch): „Dein Hauptproblem? Was ist es dann, dein Hauptproblem? Erzähle es Mama.“
Ich (noch genervter): MAMA, ich habe kein Hauptproblem, keine großen, keine kleinen Probleme, überhaupt keine Probleme! Glaub mir.“
Meine Mutter (beunruhigt): „Bist du sicher, dass es dir gut geht? Hast du genug zu essen? Ich komme am Wochenende vorbei und fülle dir den Kühlschrank.“
Ich (hallo? Hört mir jemand auch mal zu?): „Danke Mama, aber du brauchst nicht für mich einkaufen. Außerdem füllst du immer den Schrank mit Unmengen von staubigen Keksen, die die Kinder nicht mögen. Also muss ich sie selber vernichten. Resultat: Zwei Kilo mehr auf der Hüfte nach jedem deiner Besuche.“
Meine Mutter: „Das ist ja mal wieder typisch. Die Kinder sind mager zum Erbarmen. Weil du ihnen nichts Vernünftiges kochst. Dir könnte eine Diät allerdings nicht schaden! Du lässt dich in letzter Zeit wirklich gehen.“
Ich (deprimiert): „Ja, ja, ja …“
Meine Mutter (Größe 36): Stimmt doch! Die Kinder hungern lassen und dich voll stopfen.“
Ich (in der Haut einer frisch gekürten Rabenmutter): „Und sonst? Alles in Ordnung bei dir?“
Meine Mutter: „Ja, ja.“
Ich (zuckersüß): „Also, wegen der Kleinen. Könntest du vielleicht heute Abend auf sie aufpassen? Ich will mit Lea zu Diana und dort übernachten.“
Meine Mutter: „Welche Lea? Deine Cousine?“
Ich (geduldig): „Wer sonst?“
Meine Mutter: „Na gut. Wann soll ich da sein?“


Dianas Wohnung ist ein Traum. Ich stelle das ohne einen Funken Neid fest. Helle klare Räume mit Designermöbeln. Nirgends ein Zeichen von der chaotischen Unordnung wie sie in einer mir wohl vertrauten Singlemama Behausung vorherrscht. Die blitzsaubere Atmosphäre hat natürlich Gründe. Erstens beschäftigt Diana eine Putzfrau, die sich alle sechs Monate ein Zwischenzeugnis als Haushaltsassistentin Luxus-Appartement ausstellen lässt, selbstverständlich mit parallel einhergehender saftiger Gehaltssteigerung. (Diana kann also unbesorgt Höschen, Hemdchen und andere Wäschestücke fallen lassen. Sie werden von unsichtbaren Händen eingesammelt, gewaschen, gebügelt und finden sich vorbildlich eingeräumt an ihrem Stammplatz im Ankleidezimmer wieder. Kein Staubmolekül überlebt den Tag. Und der Kühlschrank ist stets gefüllt mit frischem Obst und Gemüse.) Zweitens hat Diana keine Kinder. Sie hat es also gar nicht nötig, sich zwischen Hunderten auf dem Boden verteilten Spielsachen, schmutzigen Söckchen unter den Schränken und diversen hartnäckigen Schokoladeflecken auf allen Stoffoberflächen der Wohnung zu bewegen.
Manchmal stelle ich mir vor, abends einfach ihr sauberes Zuhause aufzusuchen, die Schuhe auszuziehen, den kneifenden BH zu öffnen und mich auf die einladende Couch zu werfen. Entspannen. Vollkommen entspannen. Wie man es nur aus Filmen kennt.
Mir nach der Arbeit ein heißes Bad einlassen mit moussierenden Aromen. Einige Duftkerzen anzünden und eine Stunde in diesem Schaum verweilen und dabei in der Brigitte schmökern oder in der Freundin. Das Ganze unterlegt mit der allerersten Take That CD. Nostalgie pur. Nach dem Bad warten vorgewärmte weiche Handtücher auf mich und nicht die gewohnten brettharten Teile wie bei mir zu Hause (die Reparatur des Wäschetrockners habe ich aus finanziellen Gründen auf 2037 verschoben). Danach verwöhne ich die Haut mit einer sauteuren Creme und schlüpfe anschließend in ein kuscheliges Kaschmirjoggingoutfit. Genau das Richtige für das Sofa. Dort serviert die Köchin ein leichtes Mahl und einen schweren Rotwein. Abwechselnd werden anschließend die Fußnägel lackiert und Ferrero Rochers geknabbert, die mit Hilfe des Personal Trainers am nächsten Morgen wieder abgespeckt werden. Und zum Abschluss des Abends auf dem Sofa natürlich ein Roman mit Happy End. Die Handlung umrahmt und durchdrungen vom Duft frischer Blumen in der Mingvase.

Das Optimum in meinem realen Leben läuft wie folgt ab: Nach der Arbeit kaputt nach Hause kommen, sofort eine Waschmaschine anschmeißen und das Geschirr abwaschen, das seit dem Vorabend eingeweicht auf das Spülen wartet, während ich Lenchen auffordere, endlich die Mathehausaufgaben zu erledigen. Danach das Badewasser für die Kleinen einlaufen lassen. Verhandeln, debattieren, drohen und Mia anflehen, endlich in die Badewanne zu steigen. „Nein, Liebchen, das Wasser ist nicht zu heiß. Ich schwöre auf den abrasierten Schädel von Crystal Barbie.“ Während meine Töchter planschend in der Wanne kreischen, ein Tiefkühlgericht zum Abendessen auftauen und endlich die Einkäufe verstauen. Dreißig Spurts zwischen Küche und Bad um verschiedene Konflikte zwischen Lenchen und Mia zu schlichten, die abwechselnd brüllen wie am Spieß wegen des Plastik Tokrotil (sagt Mia), das ihr gehört, nein mir (heult Lenchen) oder weil die eine oder andere nasse Haare hat. Ruhe bewahren. Nur die Ruhe! Satz mit x. Das vermaledeite Krokodil konfiszieren. Drohen, dass auch den zwanzig weiteren Plastiktieren die um den hoffnungsvollen Nachwuchs schwimmen, das gleiche Schicksal droht, wenn nicht bald Ruhe ist im Karton. Das Essen warm stellen und Bügelwäsche im Wohnzimmer vor „Verbotene Liebe“  erledigen.  Parallel mit Lenchen und Mia verhandeln, debattieren, ihnen drohen und sie anflehen, ihre Badeorgie endlich zu beenden. Sie erklären sich einverstanden, unter der Bedingung, dass sie nicht als erste aus der Wanne klettern. Tief in die mütterliche Trickkiste greifen, um auch dieses Problem zu lösen.
Danach die Mädchen in die Schlafanzüge gepackt, die Haare gefönt und dann am Tisch der gewohnte Kampf um das Leeren der Teller. Vor allem, wenn es keine Pommes Frites oder keine Spaghetti gibt. Verzweifelt den kleinen Sturköpfen nachgeben und sie mit Joghurts und Bifis füttern. Danach Zähneputzen und Gute Nacht Geschichte. Glauben, dass sie endlich schlafen und mir ein Bad einlaufen lassen. Ohne Schaum; die Mädchen haben alles aufgebraucht. Fünfmal aus der Wanne klettern um Gespenster zu vertreiben, Durst zu löschen, Teddy zu suchen. Relaxen? Fehlanzeige! Die Haare mit Babyshampoo waschen weil Lenchen und Mia mein Herbal Essences an den Goleo verschwendet haben. Die Haare mit einem steifen Handtuch aus der Aussteuer (also prähistorisch) abtrocknen. Mich in einen zu engen Schlafanzug  quetschen (ich hoffe, er ist nur eingelaufen) und mich dann über die Reste auf den Tellern meiner Kinder hermachen. Wäre doch schade drum. Morgen werde ich meine Waage schocken. Weil zwischen Job und Einkauf keine Zeit blieb, beim Buchhändler meines Vertrauens einen Roman zu erstehen, blättere ich in der Fernsehzeitung. Zappen. Werbung, Werbung, Werbung. Keine frischen Blumen in der Plastikvase. Die würden auch zu sehr deprimieren angesichts der Tatsache, dass sie nicht geschenkt, sondern selbst gekauft wären.

Heute Abend waren wir zu sechst. Außer meiner Cousine Lea und mir waren Ruth und ihre Freundin Elke schon da, eine Hairstylistin und Maskenbildnerin, die sie noch aus ihrer aktiven Modelzeit kannte. Diana hatte den fünf Weiber Treff heute noch um einen Kerl erweitert: ihren Bruder Philipp.
Wir reagierten zunächst ein wenig befremdet auf diesen unerwarteten Zuwachs, denn die Anwesenheit eines Mannes riskierte den Verlust der unbekümmerten Spontanität in unserer Ratschrunde. Philipp war ein schlaksiger Rothaariger mit grünen Augen und niedlichen Grübchen, höchstens Anfang zwanzig. Er wirkte wie ein Trauerkloß auf uns. Diana erklärte uns, dass sie ihren Bruder eingeladen hatte um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Er verbarrikadierte sich seit einer Woche in seiner Studentenbude, in der absoluten Gewissheit, sein Leben sei zu Ende.
Das Brüderchen betrauerte den frischen Bruch seiner großen Liebe mit SweetyJane7 (Johanna im richtigen Leben), einer bleichen Nagelstudiobesitzerin die er im Internet kennen gelernt hatte. Ihre Beziehung hatte acht Wochen gehalten, dann hatte sie Philipp ohne Ankündigung für einen anderen verlassen. Einen gewissen Guido, der SweetyJane7 im Singleforum unter dem Pseudonym Casanova341 angebaggert hatte.
Seitdem kam Philipp nur noch unter seiner Bettdecke hervor um seiner verlorenen Liebe hinterher zu heulen oder zwischen zwei Schluchzern zu schwören, besagtem Guido die Fresse zu polieren, sollte er ihn je zwischen die Finger bekommen.
Wir gluckten sofort um den Unglücklichen herum und quetschten ihn über Web-Beziehungen aus. Ich kannte bis dahin nur die Schilderungen meines Bruders Jonas über seine pathetische Liebe zu einer Brasilianerin. Nach letzten Infos hatte auch Alice24 meinen Bruder „verlassen“, obwohl sie sich monatelang per Email und MSN ewige Liebe geschworen hatten. Das Ende ihrer Beziehung wurde eingeläutet, als Alice24 sich in einen neuen Arbeitskollegen verguckte. Der Unterschied zwischen Philipp und meinem Bruder besteht darin, dass Jonas seiner Flamme nie physisch begegnet ist.
Ganz mein Bruder. Er war nicht nur einem Haufen Pixel verfallen, ihm blieb als Erinnerung seiner Reise ins Land der Träume neben einem gebrochenen Herzen auch ein Verlust von sieben Kilo (was ihm nicht schlecht steht, könnt ihr mir glauben!). Der Trennungsschmerz blieb also das einzig Reale in diesem virtuellen Abenteuer.
Philipp gab uns vor dem PC seiner Schwester eine kleine Einführung auf seinen Lieblings Anbagger Seiten. Wenn sogar dieser schnuckelige Typ seine Bekanntschaften surfender Weise sucht, kann ein kleines, schüchterndes, ein wenig einfach gestricktes Würstchen ohne großartige Sozialkontakte das doch auch versuchen. Ich zum Beispiel.
Der Pizzabote klingelte.
Diana verteilte Teller, wir bedienten uns und suchten ein Plätzchen auf der hellen Couch oder dem cremefarbenen Teppichboden. In kurzer Zeit schlürften wir literweise Cola Zero und knabberten Berge von Chips light zwischen zwei Happen Dreikäse Pizza.
Philipps Laune stieg in der schnatternden weiblichen Runde beträchtlich. Er unterhielt sich eifrig mit Elke. Die empfahl ihm, die Seiten seines Haupthaars etwas stufiger schneiden zu lassen und der Frisur mit Gel Stand zu verleihen. Diana hatte ihre Highheels abgestreift (mit denen sie es auf immerhin einen Meter sechzig bringt) und verschlang ihre Pizza so gierig, als sei dies die einzige richtige Mahlzeit im nächsten Monat. Was mehr als höchst wahrscheinlich ist.
Noch hatten wir es uns nicht ganz gemütlich gemacht. Die männliche Anwesenheit hemmte unsere Pyjamapartylaune. Das änderte sich schlagartig, als Philipp sich seiner Jeans entledigte und danach den Rolli auszog. Als sei das die natürlichste Sache der Welt. Völlig entspannt präsentierte er sich uns in einem löchrigen T-Shirt und einer Batman Boxershort. Prompt verkrümelten wir uns in Dianas Schlafzimmer und zogen unsere Schlafoutfits an.
Ruth hüllte sich in einen bestickten Kaftan, ein Reiseandenken aus Dubai. Sie wirkte wie eine Prinzessin aus 1000 und einer Nacht, Ausgabe verführerische Schwedin wird Lieblingsfrau des Sultans. In krassem Gegensatz dazu trug ich einen ordinären aber super molligen und gemütlichen Schlafanzug mit einem Bärchen auf der Brusttasche. Diana schlüpfte in ein weißes besticktes Baumwollhemdchen. Ungeschminkt und mit wirren Haaren wirkte sie darin beinahe wie ein Teeny. Lea hatte ihre Haare mit einer Spange hochgesteckt. Sie hatte nur die obersten beiden Knöpfe der Jacke ihres Herrenschlafanzugs geschlossen und wirkte mit ihrem blitzenden flachen Bauchnabel äußerst sexy. Glücklicherweise hielt sich unsere aufkeimende Eifersucht in Grenzen, da Leas abgeschminktes Gesicht unästhetische Aknenarben aufwies. Elke schoss den Vogel ab in ihrem karierten alten Schlabberteil ohne die geringste Tierchenapplikation die die Scheußlichkeit hätte pimpen können. Ich war also dem Titel hässlichstes Outfit des Abends gerade noch mal entgangen. Uff!

Mir fiel auf, dass Ruth nachdenklich und ein wenig zerstreut wirkte. „Was ist los, Süße?“
Ruth (biss sich auf die Lippen): „Tja, ich muss euch was sagen … Jonas, kann ich eine Zigarette haben?“
„Seit wann rauchst du?“
„Eigentlich schon immer. Ich habe nur aufgehört, als die Kinder kamen.“
Lea: „Kann ich auch eine haben? Ich habe vergessen, welche einzustecken.“
Ruth zog heftig an ihrem Glimmstängel und ließ den Qualm aus ihren Nasenlöchern ins Freie.
Ich, ungeduldig: „ Nun spanne uns nicht auf die Folter. Was ist los?“
Ruth: „Ich bin schwanger, sogar doppelschwanger und erwarte Zwillinge.“
Ich: „WAS?“
Diana konnte nicht an sich halten: „Hiiiiiiiiiiiiiii, jetzt dämmert es mir! Du hast doch beim letzten Treffen schon auf deine Regel gewartet und warst wegen der Verzögerung sogar bei deiner Hellseherin. Hatte sie dir nicht mitgeteilt, es gäbe keinen Grund zur Besorgnis?“
Ruth zog verlegen eine Braue nach oben: „Ja, sie hatte ja nicht Unrecht. Mit der Verzögerung der Regel, meine ich. Wollt ihr jetzt den ganzen Abend über Ovulation, Tampons und Sperma sprechen? Stört mich kein bisschen! Ich gehe dann nur nach nebenan und weihe Dianas neue Spielekonsole ein.“
Ich wandte mich verblüfft an unsere Gastgeberin: „ Du besitzt eine Spielekonsole?“
Diana zuckte mit den Schultern: „ Na und? Damit fülle ich einsame Nächte. Bleib hier, Philipp. Hier hast du die einzigartige Chance, gynäkologischen Klatsch vom Feinsten zu lauschen. Manche Männer würden sich für so ein Privileg umbringen.“
Philipp: „Manche Männer werden sich umbringen, nachdem sie so was gehört haben.“
Ich, an Ruth: „Wie nimmst du die Schwangerschaft auf? Wolltest du nicht nach dem dritten Kind aufhören? Bist du nicht sauer auf deine Hellseherin Madame Etoile, die anscheinend den Durchblick verloren hat? Hättest du nicht besser einen Schwangerschaftstest gemacht?“
Ruth, äußerst schlechter Laune: „Lass bloß Madame Etoile in Ruhe! Sie ist eine fantastische Frau mit einer außergewöhnlichen Gabe. Meine Urgroßtante hat sie daran gehindert, mir von der Schwangerschaft zu erzählen. Die kosmische Ordnung wäre gefährdet gewesen, wenn sie mir etwas erzählt hätte. Die arme Etoile musste schweigen, auch auf die Gefahr hin, ihre Reputation zu verlieren. Auf alle Fälle waren meine Chakren offen für diese beiden kleinen Seelen. Das hat Madame Etoile vorausgesehen. Ich habe nur Angst vor der vielen Arbeit.“
Diana: „Und was wird’s? Mädchen oder Jungen?“
Ruth: „Keine Ahnung. Dafür ist es im Ultraschall noch zu früh.“
Ich warf Diana einen verschwörerischen Blick zu und forme ein stummes „Eine totale Null, die Wahrsagerin.“ Diana schmunzelt und nickt zustimmend.
Elke seufzte Chips kauend: „Ich hätte gerne ein Baby.“
„Und wer hindert dich daran?“
„Meine Schwiegermutter.“

Wenn Elke nicht diesen grauenhaften Schlafanzug trug, war sie eine anmutige Frau. Mittlere Größe, Strähnchen Frisur, grüne Augen und ein mit Sommersprossen übersätes Engelgesicht. Ihr fehlte nur ein gewisser Pep, etwas Charismatisches, wie meine Oma das zu nennen pflegte. Ihre zurückhaltende Art machte sie zu einem perfekten Opfer für ihren Besitz ergreifenden und eifersüchtigen Ehemann. Der sie übrigens an diesem Abend bereits dreimal auf ihrem Handy angerufen hatte. Gefügig - um nicht zu sagen, unterwürfig – hatte sie das Handy nicht ausgeschaltet. Und erklärte uns verschämt, das sei die Bedingung, unter der sie überhaupt an diesem Beisammensein teilnehmen dürfe.
Ruth seufzte Augen rollend: „Oh, Elkes Schwiegermutter, die ist wirklich ein Kapitel für sich! Die Karikatur einer Kreuzung zwischen Dogge, Hexe, Schlange und …“
„Hör auf!“, lächelte Elke gequält. „Was soll ich denn machen? Ich werde Christian doch nicht wegen ihr verlassen.“
Ruth schüttelt Elke an den Schultern: „Und warum nicht? Nach allem, was sie dir angetan hat! Diese Frau hat niemals akzeptiert, dass sich ihr Sohn von ihr entfernt.“
Lea zieht heftig an einer von Philipp gemopsten Zigarette. „Dann erkläre mir mal bitte, wieso du wegen ihr kein Kind haben kannst.“
Elke knabbert unbehaglich an einer Salzstange: …