Rausch Wortsetzung - 73 -

von Eufemia Pursche E-Mail

-73-

Ich spüre, wie mich etwas einfängt; etwas, das vielleicht zwischen dem Schrecken des „ich hätte gemusst“ und dem Trost eines „ich hätte gekonnt“ liegt. Etwas, dass mich täglich ein wenig mehr annulliert, exiliert, mich hinter den Facetten eines zersplitterten Spiegels immer unscheinbarer erscheinen lässt. Von meinem unsicheren Lächeln sehe ich nicht mehr als das abscheuliche Gerippe. Ich bin nur noch wie ein Schwindel auf den ein fester Blick aus Zärtlichkeit, Wut, Ironie gleitet. Ich erkenne sich nicht mehr, ich ignoriere sich, schlummere...

Von Schlaf zu Schlaf, immer wieder wende ich mich an sie. Wie liebe ich diese Sonnentage nach dem Regen! Die schwarze Erde noch feucht, frisch die Luft und weiß meine Haut. Ihr lacht über das, was Ihr meine Unmoral nennt. Dabei ist es nur die große Ungezwungenheit des Lebens, eine nahezu grenzenlose Unbefangenheit. Vom Leben erwarte ich nur einige wenige Stimmen, ein Lachen und etwas Licht. Meinem eigenen Schmerz stehe ich als Fremde gegenüber, soweit bin ich schon von ihm fort. Nichts macht mir wirklich Angst, nichts hält mich zurück. Das Nichts ist mein nur im verlangenden Blick der Liebe. Das Leben ist mein im Gewicht Deiner Haut auf meiner.

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