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von Eufemia Pursche E-Mail

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mir Sie ganz anders vorgestellt.“, konstatierte Fulright.
„Und wie?“
Teresa Clonstead räkelte sich im Sessel des Alten. Perlgraue Cordhose, modische Stiefel, heller Schal und brauner Ledermantel. Sehr dunkle, dicke, gesunde Haare im Pagenschnitt, ein matter, gebräunter Teint, helle Augen, hohe Brauenbögen, markante Wangenknochen, eine kleine Nase und ein energisches Kinn. Ihre leuchtendrot geschminkten Lippen umrahmten strahlendweiße Zähne. Sie hätte eine gute Werbeikone für Clubferien abgeben können. Sie trank Wodka den sie selbst mitgebracht hatte. Sie hatte auch einen Typ mitgebracht, der sich als Dan vorgestellt hatte und nun mit dem alten Ford losgezogen war, um im Supermarkt die Vorräte aufzufüllen.
„Ich weiß nicht“, murmelte Fulright mehr zu sich selbst. „ Ich dachte eher an eine Mittfünfzigerin mit roten Spülhänden und kummervollen Augen. Die mit Bus oder Bahn reist, in einem verschossenen schwarzen Mantel. Verflixt, sorry, dass ich nachhake, aber wie alt sind Sie?“
„Keine Ursache. Ich bin achtundzwanzig.“
„Dann sind Sie unmöglich Clonsteads Tochter.“
„Seine Enkelin.“
„Er sprach manchmal von seinem Mädchen, das ihm Geld schickte.“
„Das war ich.“
„Nun, ich weiß gar nicht, warum ich alle diese Fragen stelle. Verzeihen Sie. Ich verabschiede mich dann mal. Vielen Dank für das Glas.“
Er stand auf und stellte das Senfglas, aus dem er den Wodka getrunken hatte, ins Spülbecken.
„Sie sind wohl nicht von hier, was? Kommen Sie aus der Stadt?“
„Ursprünglich schon. Sie würden es nicht glauben, wenn ich Ihnen erzählen würde, wie es mich hier her verschlagen hat.“
„Dann versuchen Sie es.“
„Bis letztes Jahr im September war ich ein stinknormaler kleiner Angestellter. In den Ferien versuchten drei Typen zweimal, mich umzubringen. Warum, das ist mir bis heute schleierhaft. Ich ließ meine Frau und die beiden Kinder ohne Ankündigung alleine in der Ferienanlage zurück und floh Hals über Kopf, anstatt zur Polizei zu gehen. Einige Stunden später fand ich mich im Anhänger eines Gemüsetransporters wieder der Richtung Süden fuhr. Ein Penner fürchtete, ich würde ihm seinen Stammplatz streitig machen und stieß mich in voller Fahrt vom Wagen. Ich brach mir bei der Aktion den Fuß und hinke seitdem. Ihr Vater, eh, Ihr Großvater fand mich, brachte mich zu sich nach Hause und pflegte mich ohne weitere Fragen zu stellen.“
Teresa kringelte sich in ihrem Sessel vor Lachen.
„Glauben Sie mir nicht?“
„Trink noch ein Schluck.“, deutete Teresa mit einer Handbewegung zur Wodkaflasche.
Fulright holte das Senfglas aus dem Spülbecken, wischte den Boden an seinem Ärmel ab und goss sich etwas Wodka ein.
„Sie sind ein Abenteurer.“, gluckste Teresa vor Lachen. „Haben Sie noch mehr Abenteuer auf Lager?“
„Wie wäre es mit einem Abenteuer zwischen Ihnen und mir? Was sag ich da! Ich bin vollkommen durcheinander.“
Sie schwieg. Ihr Gesicht hatte einen prüfenden Blick angenommen. Fulright fand keine Worte, mit denen er die Stille hätte auskleiden können. Er fühlte sich als Volltrottel.
„Wie war die Beerdigung?“, fragte sie unvermittelt. „Ich wollte nicht

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